55err-ſchafftdes
Men-ſchen
138 Schauplatz der Natur.
rungs⸗Saffte, vom Abſcheiden, vom Flies-und Salz⸗Waſſer und vom Blute, reden,ſo befindet ſich unſere Einbildungs⸗Krafftuͤbel dabey: Wir moͤgen weder die Ge-faͤſſe, noch was darinn iſt, ſehen; Es kommtuns alles zuſammen ganz abſcheulich undhaͤßlich vor; ſo lange biß wir die Sachevernuͤnftiger uͤberlegen, oder uns nach und
nach den Eckel durch Ubung abgewoͤhnen.Es iſt uns eine gewiſſe Melaphyſik be-kannt, welche von Herzen gerne dem Urhe-ber unſeres Weſens einen Verweis gebenmoͤchte, weil er alle Theile unſeres Wohn-platzes mit ſo mancherley reizender Schoͤn-heit ausziere, hingegen aber die Betrachtungder innerlichen Theile eines Menſchen, durcheinen faſt unuͤberwindlichen Eckel, verhin-dere; obgleich an der Wiſſeuſchafft ihresBaues und ihrer Weiſe zu wuͤrken unsauſſerſt viel gelegen waͤre, und man die lez-tere nicht vorſichtig genug einrichten koͤnn-te, well ja ein groſſer Theil unſeres Wohl-befindens darauf beruhe. Dasjenige, wo-ruͤber dieſe eitle Welt⸗Weißheit murret,iſt in der That eine Verordnung voll tieferWeißhett, und eine Anſtalt, welche die Herr-ſchafft des Menſchen unendlich befoͤrdert.GOtt uͤberlaͤſſet uns zu Ausuͤbung unſererSorgfalt und unſers Fleiſſes gemeiniglichlauter Sachen, die nichts widerwaͤrtigesan ſich haben, und deren Anmuth die 1eit