Band 
Fünfter Theil. Worinnen der Mensch an sich selbst, dessen Beruf und Geschicklichkeit betrachtet wird.
Seite
139
JPEG-Download
 

Sechſte Unterredung. 139

2 0 vbeit ſelbſt vergnuͤglich macht. Der Land-bau, die Handlung, die Fiſcherey/ die Jagdund uͤberhaupt alle Kuͤnſte, erwecken demMenſchen tauſendfache Luſt, welche ſeineKraͤfften vermehret; und ihm keine Muͤdig-keit verſpuͤhren laͤſſet. Hingegen wendetein unbezwinglicher Eckel ſeine Augen undGedanken ab, ſo offt er die 8ſeines Eingeweides und deſſen Beſchaffen-heit betrachten will. Er ſoll alſo bey dem-jenigen ſich nicht aufhalten wobey er nichtszu ſchaffen hat. Kan wohl eine kluͤgere An-ordnung ausgeſonnen werden? Es iſt einGluͤck vor ihn, daß er einen kraͤfftigen Triebzu allem deme verſpuͤhret, was er un Stan-de iſt wohl auszurichten, und daß er hinge-gen mit Gewalt von demjenigen abgehal-ten wird, was er weder begreifen, noch we-niger aber beſorgen kan.

Man findet alſo bey dem Menſcheneine Art von Unwiſſenheit und ein gewiſ-ſes Unvermoͤgen, wodurch er weder unge-ſchickt, noch elend ſondern deſto faͤhiger wird/ſeine Vorrechte zu genieſſen. Wenn Gottetwas ſich ſelber anzuordnen vorbehaͤlt, undnicht verlanget, daß der Menſch etwas da-zu beytragen ſolle, ſo geſchiehet dieſes des-wegen, damit er um ſovielweniger Mühehade: Es iſt eine Ruhe, die Er ihm goͤnnet,eine Erl aubniß mehr Freyheit zu genieſſen,und folglich iſt es ein Gnaden⸗ Ble

ö avor

DieHerr-ſchafft

desMen-ſchen.