Band 
Fünfter Theil. Worinnen der Mensch an sich selbst, dessen Beruf und Geschicklichkeit betrachtet wird.
Seite
145
JPEG-Download
 

Siebende Unterredung. 147

nichts, als dasjenige auf gewiſſe Art zu⸗„Dieſammen ſezen, was bereits geſchaffen iſt. 8Ware aber in unſern Sprachen ein Wort desvorhanden, welches dasjenige Vermoͤgen Men-des Menſchen ganz genau ausdruckete, wo⸗ ſchen.durch er etwas wuͤrde auf der Erde zuwe-

ge bringen„ und ſeine zuvor verfertigteWercke in gutem Stande erhalt ſo wuͤr-

de dieſes Wort ein Gemaͤhlde der Menſch-

lichen Macht, und ein Entwurff ſeiner Ho-

heit ſeyn, weil es dasjenige ausdrucket,wodurch er ſeinem Schoͤpfer am naͤchſten

komt. Die Arbeit iſt dieſes Wort, welches

wir ſuchen. Der Menſch bearbeitet alles

was die Erde traͤgt; Demnach iſt er dasEbenbild GOttes. Die Arbeit iſt nichtsanders, als die Ausuͤbung dieſer fruchtbarenWMuͤrkungs⸗Krafft, wodurch er emweder

eine Reihe nuͤzlicher Gedancken in ſich er-wecket„oder auſſer ſich eine Menge vonallerley kuͤnſtlichen Sachen verfertiget, ſol-

che vor dem Untergange bewahret, und

zur Vollkommenheit bringet. Derowegen

iſt die Arbeit der Grundſtein zu der wahrenGroͤſſe des Menſchen; Gleichwie die All=macht hingegen die Quelle iſt, woraus dieWerke und die Herrlichkeit GOttes flieſ-

ſen.

Es geſchlehet freylich heut zu Tage dieArbeit des Menſchen nicht ohne viele Be-ſchwehrlichkeit, und ohne ſauren Schweiß.

V. Theil. K Sie