Achte Unterredung. 157
— en fgepflogen haben, in einerley Wahrheit und Diein dem allgemeinen Begriffen vereiniget. err-Jedermann begreifft ſehr wohl, daß er dle haftinnerliche Beſchaffenheit der Beine und des Men,Gehirnes nicht deswegen unterſuchen duͤr⸗ ſchen.fe, damit er lernen moͤge geſchickt zu gehen
oder zu tanzen. Ein Tanz⸗Meiſter wuͤr-
de aus dergleichen Bemuͤhungen wenigVortheil ſchoͤpfen. Eben ſo vergeblich,
ja vielleicht weit laͤcherlicher und gefaͤhr-licher/ iſt es, wenn man kiefſinnige Be-trachtungen uber den Urſprung der Be-griffe, und uͤber die Beſchaffenheit des na-tuͤrlichen Verſtandes anſtellen will, bloß
in der Abſicht, um ſelnen Verſtand durchHuͤlfe dieſer Erkaͤntniß zu verbeſſern. DasVermoͤgen des Coͤrpers ſich zu bewegen,
und der naluͤrliche Verſtand, ſind zweyAerkzeuge, damit uns GOtt verſorget hat.Seine Gaben ſind an herrlichen Wuͤrkun-
gen ſehr fruchthar. Es iſt weiter nichtsnoͤthig/ als dieſelbigen zu gebrauchen, ohne
mit viel vergeblicher Muͤhe zu forſchen,
auf was Weiſe die Bewegung den Mus-
keln 1 werde, oder aus welcherQuelle unſere Gedanken entſpringen.
Man wird in Ewigkeit nicht uͤber dieFrage eins werden, woher die allgemeineBegriffe in unſere Seele kommen? Dennwolte man die ſen Streit entſcheiden, ſo muͤ-ſte man das Weſen GOttes, das Weſen
der