DieSerr-ſchafft
desMen-ſchen.
158 Schauplatz der Natur.
der Seele, und die Weiſe, wle ſolche mitGott und mit dem Leibe vereiniget iſt,aus dem Grunde verſtehen; Derowegenwollen wir uns darein nicht miſchen, ſon-dern damit vergnuͤgt ſeyn, daß wir vondem Daſeyn dieſer Begriffe uͤberzeuget le-ben, ob wir gleich das uͤbrige nicht verſte-hen. Gott hat den geſchickten Gebrauchunſerer Fuͤſſe nicht auf die Kenntniß des Ge-hirnes gegruͤndet, aus welchem die Ner-ven, ſo den Fuß bewegen, ihren Urſprungnehmen. Das Gehirne, ſo dieſe Bewe-gung verurſachet, iſt eine Maſchine, de—ren Zuſammenſetzung niemand einſehen kan.Eben ſo wenig hat GOtt den richtigen Ge-brauch unſeres Verſtandes an die Kennt-niß von der Natur unſerer Seele gebun-den. Wir merken deutlich genug, daß erKraͤffte hat, und wirken kan, ohne daßwir wuͤſten, wie dieſes zugeht. Wir wol-len alſo damit zufrieden ſeyn, daß wirdurch die Erfahrung lernen, GOtt habeden Verſtand der Menſchen auf eine ſol-
che Weiſe gemacht, daß ſie in der Erkent-niß einerley Wahrheiten ſaͤmtlich uͤberein-ſtimmen; Eden ſo, wie er die Augen ei-nes Afelcaners und eines Europaͤers aufeinerley Weiſe gebauet, und wie er ei-nem jeden ein paar Fuͤſſe gegeben hat, dasihn von einer Stelle auf die 20