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Fünfter Theil. Worinnen der Mensch an sich selbst, dessen Beruf und Geschicklichkeit betrachtet wird.
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Neunte Unterredung. 15

J)

dieſenige Verrichtungen, welche dem Ver⸗ Dle

ſtande ganz allein eigen ſind, und die Be⸗ Herr

griffe, ſo mit gar nichts coͤrperliches um. beef

gehen, dergleichen die Rechenkunſt und pppen-

Algebra hat, laſſen ſich durch Zeichen, die ſchen.

in die Sinne fallen, erleichtern und bemer-

ken. Denn ſie dienen dazu, daß wir uns

unſerer Bedanken wieder nach der Ord-

nung erinnern. Unſere ausübende Er-

kenntniß erlangen wir entweder durch die

Sinnen, oder ſie geben uns doch wenig-

ſtens Gelegenheit darzu, und erleichtern

dieſelbige. Daher ſtelen wir uns auch

dasjenige, was wir wiſſen, gerne unter

dem Bilde einer Sache vor, die wir ver-

mittelſt der Sinne empfinden, und daher

kommt es/ daß wir uns Gott vorſtellen,

als einen liebreichen Vater, deſſen liebe

Kinder wir ſind; oder als einen praͤchti-

gen Beherrſcher, deſſen Herrlichkeit ih-

ren vornehmſten Sitz in dem Himmel hat.

Wir stellen uns unſere Seele bor, als ei-

nen Hauch, als ein zartes Feuer oder als

eine leichte Flamme. Da wir alſo ge-

wohnet ſind, dasjenige bey einfachen Din-

gen anzubringen, was nur vor Coͤt per

gehoͤret, ſo geſchiehet es gar eicht, daß

wir auch dem Coͤrper geiſtige Eigenſchaff-

ten andichten, und meinen, als ob die Ge-

danken, welche er in unſerer Seele er wecket,

in ihme ſelbſt vorhanden waͤren; oder auch,L 4 daß