Band 
Fünfter Theil. Worinnen der Mensch an sich selbst, dessen Beruf und Geschicklichkeit betrachtet wird.
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Neunte Unterredung. 169VVV ˙

alles erkennen, und alles beurtheilen koͤn⸗ Diete? Alleine ſie iſt eben ſo wenig dazu de- Herr-ſtimmet alles zu erklaren und zu beweiſen, besteals alles zu wiſſen. Zwar vermag ſie, nur 58.gleichſam durch Fuͤhlen, und als einer der ſchen.im Finſtern etwas findet, ſich einen Be-griff von GOtt, von einem Geiſte und vonunzaͤhlich mehr Wahrheiten zu machen. Sollſie aber ſagen, worinn ihr Weſen beſtehet,ſo iſt alles Überlegen und alles Schlieſſenvergeblich. Sie unternimmt etwas un-moͤgliches, wenn ſie biß in das verborgeneder Dinge durchdringen will. Dieſes hatGott ſich alleine vorbehalten. Vor unsſſt genug/ daß wir ſie nur uͤberhaupt erken-nen, durch ihre Wirkungen, durch ihrVerhaͤltniß gegen unſere Beduͤrfniſſen oderEmpfindungen, ja auch durch einige Achn-lichkeit mit andern bereits bekannten Wir-kungen. Iſt es nun Wunder, daß dieGleichniſſe und Bilder uns ſo gute Dien-ſte leiſten, wenn wir reden ſollen?

Es gehet wohl an, daß man von GOttnach den tiefſinnigſten Begriffen rede, dieunſere Vernunft gewaͤhren kan. Mankan ihn als das Weſen betrachten,, dasden Grund aller uͤbrigen Dinge in ſich hat;Als die Quelle, woraus alles Vermoͤgen, al-le Frepheit, alle Ordnung entſpringet. Ob-wohl uns dieſe Begriffe das Weſen GOt-tes noch bey weitem nicht in ſeiner.

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