Jehende Unterredung. 177
chen/ noch von ihrem gewaltigen Unter Dieſcheide in Verwirrung gebracht; Es nimmt Serr-vielmehr an Kraͤfften deſto beſſer zu, je ſchafftoͤffter es geuͤbet wird. Es iſt im Stande, ſchen eden Zuſammenhang aller Veraͤnderungennzu faſſen, die ſeit dem Anfange des menſch-
lichen Geſchlechtes vorgefallen ſind; Eserzehlet die Wuͤrkungen der Tugend und
der Boßheit in einem jedweden Welt⸗Al-
ter; Es beſchreibet die Seltenheiten einesjedweden Landes. Fehlet es zuweilen, ſogeſchiehet es nur nach dem Maaſe, als esmuͤſſig lag. Je mehr es arbeiten muß, de-
ſto mehr Faͤhigkeit und Staͤrke zeiget es.
Die Denkmale von den Bege-benheiten eines Volckes haben ihreGrenzen: Allein das menſchliche Ge-daͤchtniß hat dergleichen nicht. Es ver-knuͤpft eine Geſchichte mit der andern Wasman ihn anvertrauet, das verwahret esZeit Lebens, inſonderheit, wenn es ihmein gehoͤriger Ordnung und auf eine an-genehme Weiſe beygebracht wird.
Dasjenige, woruͤber ich am meiſtenerſtaunen muß/ das iſt die vollkommeneAehnlichkeit„welche dieſe Bilder beſtaͤn-dig beybehalten, ohne daß die Zeit oder ih-re groſſe Menge vermoͤgend waͤre, ſie aus-zuloͤſchen, oder zu verwirren. Es zeigermir jemand die Abſchilderung eines gutenFreundes, den ich ſeit zwanzig Jahren