Band 
Fünfter Theil. Worinnen der Mensch an sich selbst, dessen Beruf und Geschicklichkeit betrachtet wird.
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err-ſchafft

des Men-chen.

176 Schauplatz der Natur

nicht geſehen habe; Sogleich bemerke icheinige Fehler daran. Zwar finde ich eini-ge Aehnlichkeit; doch der Mund iſt zu groß,das Geſichte zu rund, die Augen viel zufinſter. Jedermann, der die Perſon ken-net, muß mir Recht geben. Wo iſt nun dieRegel, wornach ich mich richte? Wo iſtdas Urbild, ſo ich dagegen halte? Sonſtnirgend, als in meinem Gedaͤchtniſſe. Die-ſem iſt es durch ein bloſſes Anſchauen ein-verlelbet worden, und daſelbſt kan ich esunter vielen tauſend Schildereyen im Au-genblicke finden. Ohnerachtet dieſer ganzerſtaunlichen Menge von Bildern, die derMenſch nicht beſtaͤndig betrachtet, ſondernſo lange bey Seite leget, biß er ſie noͤthighat, iſt das Gedaͤchtniß noch raͤumlich ge-nug, vor unglaublich viel andere Sachen.Es dienet ihme zu einer Sammlung, wor-inne er nach Belieben dasjenige wiedernachſchlaͤget, was er bey vielfaͤltigem Le-ſen angemerket hatte; Mit gleicher Be-quemlichkeit traͤget er auch Sachen darein,die unter ſich nicht den geringſten Zuſam-menhang haben, oder ſonſt ſchwehr zu be-halten ſind, und deswegen eines oͤffternWliederholens beduͤrfen,, dahin gehoͤrendie Woͤrter, die Redens⸗Arten, die be-ſondern Ausdrucke von drey oder vier un-terſchiedlichen Sprachen. Nicht wenigerliefert ihm ſein Gedaͤchtniß, bey 1.

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