zehende Unterredung. 187
Ihr wiſſet, daß die Lichtſtrahlen, ſo von Dieeiner Sache ins Auge geworfen werden, Zerr-ihr Blld in demſelbigen abmahlen. Ich detwill zugeden, wiewohl es ungewiß iſt, daß men-uͤber dieſes Bild, auch noch ein anderes ſchen.im Gehirne entſtehe. Geſetzt man wuͤſteſolches ganz gewiß, ſo wuͤrde es doch ver-muthlich mit dieſem leztern Bilde eben al-ſo beſchaffen ſeyn, wie mit dem Augenbil-de; und weil dasſenige, ſo von den Spi-zen der Lichtſtrahlen hinten am Auge ver-urſachet wird, nicht langer dauert, als dievon dem Lichte verurſachte Bewegung waͤh-ret, ſo wird ein gleiches bey demjenigen vor-gehen, welches dem Vorgeben nach, imGehirne abgemahlet wird. So bald alſodie Bewegung im Gehirne aufhoͤret, ſo mußauch das Bild, ſo die Lebens⸗Geiſter ſollendarein gedruͤcket haben wieder verſchwin-den. Was kan demnach vor ein Gemaͤhl-de im Gehirne uͤbrig bleiben?
Ueber die ſes, wie laͤſſet ſich denn ein Bildvon einem Geſchmacke machen? Wie breitund lang ſoll etwa ein Klang ſeyn? Koͤnn-te auch der Pinſel von Meydenz oder Ra-phael den Geruch einer Lilie vorſtellen, undvon dem Geruche einer Roſe unterſcheiden?hat eine Farbe wohl gewiſſe Zuͤge, die manzeichnen koͤnnte? In was vor Linien muͤſ-ſen ſich wohl die Lebens⸗Geiſter bewegen,wenn ſie im Gehirne, ſtatt blaß⸗roth/Pur-
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