180 Schauplatz der Natur.
nehmen, ſo ſtellet ſich auch eben dieſes Bildwieder vor. Es kan nichts ungekuͤnſtelter
t. ſeyn.
Aus dem beherzten Tone, womit ihrdieſes vorbringet, ſollte man ſchlieſſen, ihrhaͤttet die Lebens⸗Geiſter, die Hoͤhlungen,darinn ſie lauffen, und alle zu ihrer Bewe-gung noͤthige Gefaͤſſe, in eurer volligen Ge-walt. Man ſollte meynen, ihr koͤnntetwohl gar ein Gedaͤchtnlß ordentlich zerglie-dern. Unterdeſſen iſt die ganze Sache vielanders beſchaffen. Wenn ich von derÜberlegenheit rede, ſo das Gedaͤchtniß denmenſchlichen Gemuͤths⸗Kraͤfften giebt, ſorede ich zwar nach dem Maaſe elner ſehrgeringen Erkaͤnntniß, weil ich nicht mehrdavon ſage, als was ich weiß, und was einjedweder ohne Muͤhe wiſſen kan: MeineAnmerkung gruͤndet ſich aber doch auf et-was wuͤrkliches, und vermag dem Gemuͤ-the eine Regung zur Dankbarkeit einzu-floͤſſen. Allein ihr, wenn ihr das Gedaͤcht-niß zu etwas coͤrperliches machet, und ſeinWeſen nebſt allen ſeinen Verrichtungenſtuͤckweiſe zuſammen ſezet, redet mit groſ-ſer Kuͤhnheit von einer Sache, davon ihrnicht das geringſte mit Zuverlaͤſſigkeit wiſ-ſet, und vermindert dadurch dle Hochach-tung, die man vor eure uͤbrige Saͤtze haben
koͤnnte.. Ihr