Band 
Fünfter Theil. Worinnen der Mensch an sich selbst, dessen Beruf und Geschicklichkeit betrachtet wird.
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DieHerr-

ſchafft

190 Schauplatz der Natur.

geſchlehet im Verborgenen. Oder/ wenn fdie tobenden Affecten die Stimme des Ge-wiſſens mit ſolcher Gewalt erſticken, daß

chen. der Menſch in dieſem Augenblicke weder

nach Recht noch Billigkeit fragt, ſo ſtrafftes ihn doch nach vollbrachter That, undmahlt ihm ihre Schaͤndlichkeit vor Augen.Es zernaget ihm ſein Herz; Denn es zei-get ihm von Stuck zu Stuck, worinn er dieGebote des Hoͤchſten uͤbertretten, was erin geheim vor gottloſe Abſichten gehabt, undwie heuchleriſch er gehandelt hat. Was ervor ſich ſelbſt verbergen wolte, das ſtellt esihm in ein unleidliches Licht. 1

Die Stimme des Gewiſſens laͤſſet ſichuͤberall hoͤren. Sie bleibt zu allen Zeitenund bey allen Voͤlkern einerley. Der Ab-ſcheu vor dem Laſter und die Furcht, gegendie Ordnung zu handeln, war eher, alsdie Geſetze. Denn dieſe thun nichts an-ders, als dasjenige weitlaͤufftiger oder kuͤr-zer wiederhohlen, was uns das allgemei-ne Geſeze, das wir in uns haben, vor-ſchreibet. Man verdammte zu Rom und zuAthen den Dlebſtahl, den Ehebruch, denMeyneyd, und die Tyranney laͤngſt vor-her, ehe die Geſez⸗Tafeln oͤffentlich auf-gehaͤnget wurden. Alle Geſichte, die wirvon macherley Voͤlckern und beruͤhmtenMaͤnnern haben, ſind von Abſcheu gegendie Laſter, und von Lobſpruͤchen, die Der

Tu-