Eilfte Unterredung. 189
und loͤblich iſt; Seine Thaten werden von iſeinem eigenen Gewiſſen gerichtet, welches err-ihn anklaget und verurtheilet. Geſezt auch, ſchafftdaß er deſſen Stimme zuweilen nicht hoͤren des Menwolte, ſo laͤſſet es doch nicht ab, ihn zu ver⸗ ſchen.mahnen, und kan er es eben ſo wenig gaͤnz-lich ausrotten, als ſeine Freyheit; darum,weil es eben ſowohl ein Werck des Hoͤchſteniſt. Hat ja das Gewiſſen nicht allezeitMach' genug uͤber den Menſchen daß esſeine boͤſe Gewohnheiten abſchaffe, oderihren Ausbruch verhindere; So laͤßt esihn doch nicht ungeſtoͤret ſuͤndigen: Es war-net ihn, es beunruhiget ihn mitten unterſeinen Woluͤſten. Er traͤget in dem in-nerſten ſeines Herzens einen Zeugen mitſich herum, der alle ſeine Gedancken ken-net; Einen getreuen Nathgeber, ja aucheinen unpartheyiſchen Richter, der ſeinegute Wercke lobet, und ſeine boͤſe Thatenohne Barmherzigkeit verdammet. Waswahr/ was billig, was wohl anſtaͤndig, wasſchoͤn und loͤblich iſt, das preiſet ihm ſeinGewiſſen in geheim an, und reizet ihn, dar-nach zu ſtreben. Gefaͤllet ihm aber etwasfalſches, ungerechtes, niedertraͤchtiges, heß-liches und ſchaͤndliches, ſo wirfft ihm dasGewiſſen dieſe Bosheit allezeit vor. Zumerſtenmahl laͤſſet es ſich hoͤren, ehe er dieUbelthat beginnet. Willigt er dennoch dar-ein/ ſo geſchiht es mit groſſer Unruhe; es
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