DieHerr-ſchafft
desMen-ſchen.
194 Schauplatz der Natur.
Wir wollen die brauchbare Wiſ—ſenſchafft vor uns nehmen; diejenige;deren Wuͤrckungen ihre eigene Lob—Rede ſind; diejenige, welche uns einenwuͤrcklichen Vortheil zu genieſſen giebt;Inſonderheit aber diejenige, welche unsvon einem andern Leben kraͤfflig uͤberzeuget,und uns aufmuntert, das gegenwaͤrtige nichtmuͤſſig hinzubringen. Ich bin verſichert,mein wehrteſter Freund, Sie laſſen Sichdieſe Wahl gefallen, und ich habe nicht noͤ-thig Ihnen dieſelbe weitlaͤufftig anzuprei-ſen. Dasjenige, was ich abzuhandeln ver-ſpreche, kan man mit Recht die Geſchichteder Vernunfft nennen. Doch will ich ſiemit den widerſprechenden Meynungen derWeltweiſen nicht anfuͤllen, weil ich Ihnengleich im Anfange verſprochen habe, ichwolle zwar dem Menſchen auf dem Fuſſenachfolgen, aber nicht auf ſeinen Irrwegen,noch bey ſolchen Unternehmungen, die vorihn zu hoch ſind, ſondern blos in demjerigen,was er loͤbliches und vortrefliches zu be-trachten giebt. Dahin gehoͤret das wahr-hafftige Wachsthum ſeines Verſtandes,und die bewaͤhrte Maximen, wodurcher dieganze Erde zu beherrſchen gelernet han.
Die