Zwoͤlffte Unterredung. 219hat, ſo theilet ihm auch GOtt dieſe oder
jene, Wahrheit nicht mit, die von andern 2
eingeſehen wird, noch auch ſtellet er ihm d
diefe oder jene Farbe vor, die andern be-kannt iſt. Obſchon alſo unſere Sinnen we-der einige Farbe, noch einige Wahrheit,
hervor bringen; ſo will doch GOtt haben,unſere Sinne ſollen uns dazu dienen, daßwir dieſelbige erkennen. Unſere Sinnenhaben das Vermoͤgen nicht in ſich, dieWahrheit zu unter ſcheiden, ſie lencken aberunſere Vernunfft auf diejenige Wahr-heit, welche mit unſerer Empfindung einenZuſammenhang hat. Auf dieſe Weiſe hatuns GOtt gemacht; dieſes iſt ſeine Ord-nung. Wir unſeres Ortes haben nichtszu thun, als derſelbigen zu folgen„ohneuns in die Unterſuchung von dem Urſprun-ge unſerer Begriffe einzulaſſen: denn die-ſe iſt vor uns zu hoch.
Urheber derſelbigen iſt. Er allein kennet dieUrſache von der Unveraͤnderlichkeit der Far-den und der Grund- Wahrheiten. Voruns iſt genug, daß wir aus der Erfahrungdavon überzeuget werden. Wir laſſen unsdamit begnügen, daß wir wiſſen, ſie ent-ſpringen aus der Quelle aller Wahrheiten;und alſo ſind wir ſchon hinlaͤnglich ge-nug verſichert, daß ſie wahr und gewiß ſeynmuͤſſen.
Die
gick.
20,
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