Band 
Fünfter Theil. Worinnen der Mensch an sich selbst, dessen Beruf und Geschicklichkeit betrachtet wird.
Seite
227
JPEG-Download
 

Zwolffte Unterredung 227

„ECC ˙00 0ſelbſt betrachten, und uns denſelben als auſſer Diealler Geſellſchafft vorſtellen: Er macht ſich brauch-aber doch fertig in dieſelbige zu tretten, adenn deswegen iſt er in der Welt. Er Sick.thut alſo wohl wenn er nicht deswegen rich-tig ſchlieſſen lernet, damit er blos wiſſe,wie man damit verfahren muͤſſe; ſondern,damit er ſeinen Verſtand ſchaͤrfen, undſich auf dieſe Weiſe deſto geſchickter ma-chen moͤge, andern zu dienen. Es iſt aberoffenbar, er werde deſto mehr im Standeſeyn, das beſte der Geſellſchafft ſowohl,als ſein eigenes, zu befoͤrdern, je mehr erſeinen Verſtand an Sachen uͤbet, die viel-faͤltigen Nutzen haben, und im gemeinenLeben oͤffters gebrauchet werden.

Will er unterdeſſen ſeine Gedankenvor ſich haben, ſo ſtehet ihm ſolches zwarfrey; Allein er wird ſich in eine andereErd⸗Kugel begeben muͤſſen, wenn er ei-nigen Nutzen daraus ziehen will, oder ermuß nicht uͤbel nehmen, wenn er auf derunſerigen als ein Einwohner des Jupitersoder als ein aus dem Mond entfluͤchte-ter, angeſehen wird. Wer weiter nichts

P 2 iſt,

ſind, ſo ſind ſie auch einander ſelbſt gleich.Alle Saͤtze der Arithmetic und Geometrieſind von ſinnlichen Dingen ganz entfernet,nichts deſtoweniger ſchaffen ſie den groͤſten95 7 vor das ganze menſchliche Ge-