Dreyzehende Unterredung. 321
haben Sie ſezo die Probe geſehen, daß Dieaus ihm Lehrſäze herflieſſen, welche ſolchen MeßAufgaben ein Genuͤge thun, die man vor Vunſt.unmoͤglich aufzuloͤſen hielte. Es iſt aber
in allen Wiſſenſchafften alſo beſchaffen.Diejenige Wahrheiten, welche ganz ge-
mein ſind, und dahero manchem veraͤcht-
lich ſcheinen, ſind eben dleſelbigen, welche
man genau uͤberlegen muß, und welche dengroͤſten Nuzen und den geſchwindeſtenFortgang verſchaffen. Wer ſie demnach
ſeiner Ueberlegung nicht wuͤrdig achtet,
der klettert uͤber Berge und Thal mit un-beſchrelblicher Muͤhe dahin, wohin er gera-
des Weges ohne Anſtoß haͤtte gelangen koͤn-
nen.Es wird alſo noͤthig ſeyn, daß wir unsnoch mehrere nuͤzliche Lehr⸗Saͤtze bekanntmachen, worunter diejenige den Vorzughaben, welche lehren, die Groͤſſe der Win-kel zu finden, als worauf die Aufloͤſungund der Beweiß der ſchwehreſten Aufga-ben in der ganzen Mathematick beruhet.Den Anfang wollen wir mit folgendemmachen.„ Wenn in 2. rechtwinklichten„Dreyecken BDC, und bac, fg. 44. CR„gleich eb, und CD gleich cd; In zweyſpitzwinklichten aber, fig. 36. oder ſtumpf-wincklichten uͤber dieſes der Winckel B.„ gleich b, ſo ſind die ganzen Dreyeckeeinander gleich„, Dieſes folget ohneMuͤhe aus dem Grundſaze von der Gleich-V. Theil.* helt,