Funfzehende Unterredung. 627
machen, ſo giebt dleſes Gelegenhelt, die Dieartigſten Einfaſſungen, verzogene Namen, Gptick.Zierrathen, Laubwerck und dergleichen, zumGebrauche der Stuckatur⸗Arbeiter, Gaͤrt-ner und Sticker, zu finden, woran manſonſt nicht gedacht haͤtte.
80. Wenn ein Spiegel auch nicht großIſt/ ſo ſehen wir doch die Sachen und Per-ſonen nach ihrer natuͤrlichen Groͤſſe in dem-ſelbigen. Wer nun Luſt hat ſie nachzu-zeichnen, der ſtellet vor ſeinen Spiegel ei-ne Rahme, die vermittelſt zarter Faͤdenin viele kleine Vierecke adgetheilet iſt. Ineben ſoviele Vierecke theilet er auch ſeinPapier ab, worauf er zeichnen will. Her-nach giebt er Achtung, an welchem Win-ckel und an welcher Linie ſich der Finger,der Ellenbogen, dle Schulter und alleuͤbrige Theile des Bildes im Spiegel be-finden, und bringet ſie an eben dieſelbigeOrte auf dem Papiere. Auf dieſe Wei-ſe vermag er die ſchwehreſte Verkuͤrzun-gen und andere Verwendungen richtig zutreffen, und der Spiegel dienet ihm zu ei-nem vollkommenen Lehr⸗Meiſter.
81. Wenn, bey herannahendem Alter,die cryſtalliniſche Feuchtigkeit ihre Run-dung allgemach verliehret, und vorne zuplatt wird, ſo muß man das Buch oderdie Sache, die man betrachten will, weltvon ſich halten. Denn woferne man ſie
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