Band 
Fünfter Theil. Worinnen der Mensch an sich selbst, dessen Beruf und Geschicklichkeit betrachtet wird.
Seite
629
JPEG-Download
 

Funfzehende Unterredung. 529

ſie auch von der cryſtalliniſchen Feuchtig⸗„Diekeit nicht allzunahe miteinander vereiniget, Gptick.ſondern erſt an dem gehoͤrlgen Orte, wo

ſie folglich ein deutliches Bild verurſachen.

Oder man bedienet ſich eines hohlen Gla-

ſes, welches die Strahlen ſo welt aus-einander wirffte, daß die Feuchtigkeit ihre

groſſe Rundung bequem gebrauchen kan.

83. Vielleicht dienet uns die Optickeben ſo wohl mit guten Rathe, als mit gu-ten Inſtrumenten. Man befindet ſich ſehrwohl dabey, wenn man bey maͤſſigem Lich-te mit den Augen arbeltet. Wer ſich beyZeiten gewoͤhnet, dieſe Vorſichtigkeit zu ge-brauchen, der kan wohl biß in das ſechzig-ſte Jahr, und noch laͤnger, keine Brillenoͤthig haben. Solte es etwa mit demAuge eben alſo beſchaffen ſeyn, wle mitdem Magen? Allzugroſſer Ueberfluß ſcha-det ihm; und, je mehr man ihn uͤberhaͤuf-fet, deſtomehr will er gemeiniglich haben,und hernach kan er es nicht mehr vertra-gen, wenn man ihm das geringſte abbricht.Daher entſtehet ſeine Schwachheit, wo-ruͤber ſoviel geklaget wird.

84. Aus denen bereits angefuͤhrten gohlesGrundſaͤzen werden Sie die Wuͤrkung Augen-der Augen⸗Glaͤſer ebenfalls begreiffen„es Glas.moͤgen ſolche entweder auf beeden Seitenhohl oder erhaben, oder auf einer Seiteplatt ſeyn. Geſezt, es fielen die Strahlen

R r 3 ei-