Sortſe-tzung derBuͤnſte.
144 Schau/ Platz der Natur.
muſicaliſchen Compoſition der Redekunſt/Mahlerey oder Bau⸗Kunſt betreffen.Sodann wird der Irrthum deſto ſtaͤrkekausgebreitet, je mehr Anhaͤnger er hat, undje groͤſſer ſein Anſehen iſt. Well er dieBegriffe, davon er eingenommen iſt, zuGrund⸗Saͤtzen machet, worauf er ſein Ur-theil gruͤndet, ſo lobet oder tadelt er eineSache, nachdem ſie damit uͤbereinkommetoder nicht: Daher es oͤffters geſchiehet,daß ſein Lob eben ſo wenig zur Sache thutals ſein Tadel. Viel anders iſt es mitdemjenigen beſchaff za, was nicht nur denMeiſtern gefaͤllet, ſondern auch einem je-den als eiwas vortreffliches vorkommet.Dieſes iſt ſodann wahrhaftig ſchoͤn, undwird es beſtaͤndig bleiden. DeergleichenSchoͤnheit aber iſt allezeit natürlich, un-gezwungen, und inſonderheit ungekuͤnſtelt.5 der Lob⸗ Rede, welche Plinius dem
rafanus gehalten hat, ingleichen in desSeneca Schrifften, ſind alle Worte wohlausgeſucht, und von groſſem Nachdrucke:Allein es gehoͤret viel dazu wenn man ſieohne abzusetzen/ durchleſen will: Sie er-fordern allzuviel Nachdenkens. Hinge-gen darff man nur dle Lateiniſche oderFranzöſiſche Sprache verſtehen, ſo lieſetman die Aeneis des Virgllius oder desBoileau Lutrin, die Schrifften des Cice-to oder Boſſuet/ des Livius oder Bernt