Vierte Unterredung. 145nlſche Arſen ſind nicht allenthalben beliebt, Fortſe-
Dinh die Natur und die Wahrheit aus zung derdrücken als welche in jedem Lande zu Bunte.Hause ſind? inter wie viele JtalläniſcheMelodien werden nicht Franzoͤſiſche Tex-le geleget, und ſie uberall abgeſungen, da-vum weil ein ſchöner Einfall überal ſeineUebhaber findet. Man verachtet nichtsals was entweder gar zu matt iſt/ oder aufStelzen gehet. Dieſe Mittel⸗Straſſe/zpiſchen einem plumpen und gezwungeneneſen, machet die wahre und beſtändigechönheit, nicht nur in der Muſick, ſon-ern auch in jedweder Kunſt. NZwar ſind Lulli, Quinault, und ihreerſten Nachfolger, in den aleergröſſeſtenFebler der Muſick verfallen, indem ſie dieWahrheit und das nuͤtzliche einem bloſſenZeitverkreibe aufopferten. An ſtatt dasVergnügen in der Abſicht zu gebrauchen,um der Dernuuff, der Ehrlichkeit, der Lie-be zum Vaterlande, der Wehrtachtungeruͤhmter Leute, nuͤtzlicher Unternehmun-den, des Fleiſſes und der Arbeit, oder demifer vor die Tugend, einen Weg in dieemüther zu bahnen, ſchmuͤckten ſie garalfedasenige heraus, was zu nichts beſſereſchlckt war, als die Herzen zu verfüh-ren: Dleſes Verſehen, benebſt den mat-Vetſen, die lauter leere Worte zeig-ten, wgr die Upfache, warum ſie manchen„ bit-