164 Schau⸗Plas der Natur.Übel iſt, davon uns Nachricht gegebener wird. Je groͤſſere Luſt uns eine Sache
Kunſte. erwecket) deſto groͤſſern Nutzen ſchaffet ſie
uns auch, dergeſtalt, daß es die Natur be-ſchimpfen, und die Werke des Schöpfersverkehren heiſſet, wenn wir dle Luſt genieſ-ſen, und die vortrefllche Gabe ver chmuͤ.hen, zu deren Gebrauche uns ene locken,und wovon ſie glelchſam dle Vergeltungſeyn ſolte. Wolte man noch ein Ver-gnügen an dem Genuſſe koͤſtlicher Spei-ſen und Getaͤncke ſuchen, wenn der Magenberelts angefüllet iſt, ſo wuͤrde dieſesVergnägen laſterhafft und der Eckelſehr nahe ſeyn. Die lebhafftloſte Er-goͤtzung des Ohres wird unvernüͤnfftig,wenn ſie das Gemuͤth verderbet, ja ſiegereſchet ihm zum Verdruſſe, wenn esihm keine Beſchaͤfftigung gewahret. DieErgoͤtzung des Geſichtes hat eben dleſeEigenſchafft. Wir haben es bereits be-mercket. Der Klang iſt bey dem Ohreeben das, was die Farbe bey dem Auge:und gleich wle ſich die Klänge der men-ſchlichen Stimme nicht wohl von derSprache trennen die einen Verſtanddamit berknuͤpfet; alſo iſt es auch derNatur keinesweges gemas, wenn ſichdie Farben gantz alleine zeigen, ohne miteiner Sache vereiniget zu ſeyn, die ihnen
eine abgemeſſene Geſtalt glebet ech 6