SweyteFortſe-tzung derRuͤnſte.
Alte
Schrifft.
210 Schau⸗Plag der Natur.
de und geſchlckte Welſe, als die zweyte deehemahligen Manieren. 6
Jedwedes Jahrhundert und jedwedesVolk hat ſelne beſondere Schrifft. Wennman dergleichen alte Schrifften zum er-ſtenmahle ſiehet, ſo haͤlt man es vor etwasungemein ſchwehres ſelbige leſen zu ler-nen: Unter deſſen iſt es etwas ſo leichtes/daß billich jeder Gelehrte im Stande ſeynſolte, die Handſchrifften der avgewichenenJahrhunderte zu leſen: Gleichwie uͤber-haupt jedermann im Stande ſeyn ſolte, inziemlicher Vollkommenheit zu ſchrelben.
Eben die Beweg⸗Gruͤnde, welche vonuns verlangen, in einem anſtaͤndigen Auf-zuge zu erſcheinen/ und eine vernehmlicheSprache zu reden, die wollen auch haben,wir ſollen nicht nur leſerlich, ſondern auchnett und ordentlich ſchreiben. Eine ſchlech-te Hand ſtehet niemand an, als wer ſicum niemand bekuͤmmern/ und die ſchuldi-ge Achtbarkelt gegen andere bey Seite ſe-tzen will.
Was die Handſchrifften und Denk-mahle vergangener Zeiten betrifft, ſo no-thiget uns zwar kein einiges Geſetze, dawir ſie leſen, und uns mit unſern Vorfah-ren in Bekanntſchafft einlaſſen ſollen.Unterdeſſen geſchiehet es oͤffters, daß wirdie ſchoͤnſte Urkunde beſitzen, ohne daß euns das geringſte huͤlfe, bloß well wicht
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