Sechſte Unterredung. 227o ˙»
wiſſet, daß kein Spaniſcher noch Fran⸗ Alteʒzoͤſiſcher Koͤnlg heyrathen ſol nach Be⸗ ShV gierd der Augen/ ſondern ganz adelich, Sprache.u ein frommes Welb und wohl erzogen,/ daß ſie nach Zucht und Erbarkeit ſtrebet,„ und darum hab ich dieſe Maͤgdlein be-u ſehen und wohl Acht gehabt auf ihr We-„ ſen und Geberden: So duͤnkt mich dieu juͤngſte ſey die freundlichſte und lieblich-u ſte, denn ſie nicht ſo einen freveln MuthV und ſtolze Geberden hat, wie die alteſte,i ſo viel ich merken kan, und darum ſo wer-u bet mir die juͤngſte, denn die will ich ha-u ben. Da ſprachen ſeine Diener: Herr!1 die älteſte iſt ſchoͤner, und wird euch einu groͤſſere Ehre ſeyn, die aͤltere zu haben,u denn die jüngere: und er antwortet, daßkeine Schoͤnheit noch weltlich Gut gleich„ kommen mag, einem guten Gemuͤth und„ züchtigen Geberden, abſonderlich derFreundlichkeit, und darum weil ich ſahe,daß dieſe die freundlichſte iſt, will ich ſie1 haben: Und alſo nahm er ſie.,,
des M. Dieſe Schrifft iſt vom Anfange905 funfzehenden Jahrhundertes; oderau Ende des vorhergehenden. Sie iſtAb, elner papiernen Handſchrifft in derAbtey S. Victor zu Paris, welche enthalt,di eine Sammlung von Sitten⸗Lehren, 2.e Uberſetzung des Buches vom Alter,P 3 auf