Zwoͤlffte Unterredung. Foz
die Ehre? Gehet es wohl an elne Beſchrei-bung davon zu geben?
Die Ehre iſt ein guͤnſtiges Urtheil derWelt oder unſers eigenen Gewiſſens, we-gen der Handlungen, die wir vor das ge-meine Beſte mit Daranſetzung unſererRuhe oder unſeres Lebens verrichten.
Die Herzhafftigkelt empfaͤnget dleſesguͤnſtige Urtheil nicht allemahl, ob ſie gleichder gewoͤhnlichſte Vorwurff davon iſt.Sie kan eine bloſſe fluͤchtige Hltze, ja einekolle Wuth ſeyn, welche mehr Schimpf alsLob verdienet. Die Herzhafftigkeit wirdvon keiner Ehre begleitet, wenn ſie nichtbon der Schuldigkeit regieret, und von derLiebe des Vaterſandes gebrauchet wird.
Der Menſch wird ohnbewaffnet ge-bohren, weil er ſein Leben in Unſchuld undim Frieden zubringen ſolle. Entzuͤndethn der Zorn, verwandelt ihn die Mord-
uſt in ein raubbegleriges Tieger, ſo erlau-
et die Furcht der Unterdruͤckung, daß
laan die Waffen gegen ihn ergreiffe. Al-ein, wenn die ganze Geſellſchafft im Ge-wehr ſtehet, ſo gleichet ſie einem HauffenNaub⸗Thiere, welche mit Klauen undJaͤhnen gewaffnet ſind. Eigennutz unddiewaltthätigkeit werden ohne Unterlaßie graͤßlichſte Unordnung anrichten. Soothwendig als einer Anzahl Haushaltun-
gen ein Oberhaupt iſt, das ſie in OrdnungJ15 und