54 Schau⸗platz der Natur.
Die und Einigkeit erhalte, ſo nothwendig iſt esStaats: guch, daß niemand den Degen ergreiſſe/
g. ehe er ihn von der Obrigkeit empfaͤngel!und daß er ihn nicht anders gebrauche awie es die Unterſtuͤtzung des allgemeinenWohls erfordert. Jede Gewalt, die wirauſſerhalb dieſes einigen Falles veruͤbenſetzet uns in die Reyde der Woͤlffe undRaub⸗Thiere, welche nur um ihrer ſelbſt
willen in der Welt ſind.
Demnach giebt es eine falſche und el-ne wahre Ehre. Die falſche iſt ein Blendwerk einer unvernünfftigen Tollheit, welche ſich unterſtehet Leib und Leben aufzuſe-tzen, oder einem andern zu nehmen, ohner-achtet ſie einen Richter uͤber ſich hat. Diefalſche Ehre ſuchet ihren Ruhm in Thatendie wieder alle Geſetze lauffen, die mogverborgen und heimlich halten muß, weldie Obrigkeit ſtraffet, das Gewiſſen ver-dammet, und die ganze vernünfftige Weverabſcheuet. Die wahre Ehre hingegeniſt ohne den geringſten Tadel; Sie hatkeinen Wlederſpruch zu befuͤrchten.Glanz gleichet der Relnlgkeit des heſternTages. Sie bedarff weder lige Auſchlaͤge noch Kunſtgriffe, well ſie nichtvornimmet als was jedermann beurthel-len darff. Daher iſt ſie auch wehrt, daßein großmuͤthiges Herz nach ihr ſtrebe ·Falſche Ehre berſchwindet wie ein Raug