Zwoͤlffte Unterredung. 532Geſellſchafft werden muß/ damit er im
Stand ſey/ der allgemeinen Geſellſchafft zu Staats/
dienen, und hinwiederum der Vortheile zugenleſſen, die ſie ihm darbeut. Er haͤlt ſich Nuan einige Per ſonen, weil er ihre Gaben und der
die Redlichkelt ihres Herzens liebet. Er Freundmachet ſich Freunde: Eben die Freund⸗ ſchafft.
ſchafft, welche durch ihren klugen Rath ausihm einen Arzt, einen Rechtsgelehrten, ei-nen Mahler oder Goldſchmid machet, dlegebieret ihn gleichſam, und ſchenket ihn derGeſellſchafft. Demnach ſchadet dleſe be-ſondere Verbindung der allgemeinen Ge-ſellſchafft im geringſten nicht. Er tritt ineine Innung, er waͤhlet ſich eine Lebens-Art: Hier findet er Lehr⸗Jahre auszuſte-hen, eine Ordnung, eine gewiſſe Vor-ſchrifft zu beobachten, die ihn auf eine feſteEntſchlieſſung bringet, und zur Übung einerGeſchicklichkeit anweiſet, davon er auſſer-deme nichts begeiffen, ja vielleicht niemahlsgehoͤret haͤtte. Dieſe erlangte Geſchick-lichkeit iſt die einzige Urſache, daß er Lands-euten und Auslaͤndern ohne Unterſchelddienen kan. Doch woferne ihn der Eifergegen ſeine Freunde, ſelnen Leib oder ſeinaterland zur Übermaſſe verleitet, ſo iſtman allezeit befugt, ihn auf die allgemeineLlebe des menſchlichen Geſchlechtes zu wei-en. Demnach ſind alle menſchliche Ver-bindungen, dieſer algemelnen Liebe nach-u geſetzt.