Band 
Achter Theil. Worinnen der Mensch in Gesellschaft mit Gott betrachtet wird.
Seite
51
JPEG-Download
 

0

Achter Theil. 1

mit den weiſen Abſichten Moſis uͤbereinſtim-men. Allein, woher kam ihm dieſe Weis-heit? Aus einer goͤttlichen Offenbahrung,oder aus einer bey ſeinem Geſchlechte vor-handenen Nachricht? Eines von beedenmuß nothwendiger Weiſe ſeyn. Zwar ge-noſſe er einer guten Auferziehung. Alleindie Egypter, dle ihn erzogen/ behauptetendie Ewigkeit der Welt. Sie ſchrieben al-les dem Geſtlrne und einer Menge ſeltſa-mer Gottheiten zu. Ihr angeblicher Lehr-melſter Hermes, zelgete, der Sage nach, wieman aus Koth Gold machen, und die Coͤr-

per aufloͤſen ſollte, damit lebendige Geſchoͤ-

pfe daraus entſtuͤnden. Man ſiehet aberohne Schwierlgkeit, Moſes habe einen beſ-ſern Lehrmelſter gehabt, als ihn.

VI. Moſes lehret uns, Gott habe denMenſchen zu ſeinem Ebenbilde gemacht,damit er an ſelne Statt auf Erden herr-ſchen moͤchte. Dem Menſchen zu Dlenſteſind die Lichter des Himmels aufgeſtecket.Niemand als der Menſch laͤſſet alle Thie-te vor ſich kommen, und ertheilet ſedwedenſeinen Nahmen. Nur er unterſuchet dieElgenſchafften aller Dinge, welche die Erdeherfuͤr bringet und in ſich ſchlieſſet. Erhandelt damit als mit ſeinen Eigenthume.Seine Herrſchafft wird kelgesweges da-durch eingeſchraͤnket, weil er eine Achtung

gegen ſeines Gleichens haben muß; Ge-i D 2 rade

DerMenſch iſtnoch imerim Beſizder Herr-ſchafft, wo-zu er ge-ſchaffenwurde.