Band 
Achter Theil. Worinnen der Mensch in Gesellschaft mit Gott betrachtet wird.
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106
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VorzugSchrifft.

106 Schau⸗ Platz der Natur.

Falſchheit äberfuͤhret werden. Ja auchdiejenigen, welche an der goͤttlichen Oſſen-bahrung dieſer Buͤcher zweifeln, muͤſſendennoch geſtehen, daß die H. Schrifft dasLicht unſerer hiſtoriſchen Wiſſenſchafft ſey.So offt uns die weltliche Geſchichte in derDunkelheit laͤſſet, gleichwie es alle Augen-blicke geſchiehet, ſo nehmen wir unſere Zu-flucht zur Schrifft, und wir haben keinenſicherern Wegweiſer, die Orte, die Zeit, dieGebrauche und die Begebenheiten mi Ge-wißheit anzugeben.

XXIII. Iichts deſtoweniger bin ich be-reit, ſie noch immer nach eben dem Maas-ſtabe zu beurtheilen, als wir bey einem an-

dern Buche thun wurden, das etwa die Ge-

ſchichte eines koͤniglichen Hauſes enthielt;und aus den Nachrichten deſſelbigen, undauf ſeinen Befehl geſchrieben waͤre. Einſolches Buch kame allerdings aus einemOrte, da man die aufgezeichnete Begeben-heiten ſehr wohl wiſſen kan. Stimmen ſienun mit der uͤbrigen Geſchichte derſeldigenZeit uͤberein, ſo lieſet man ſie mit voͤllgemZutrauen, und berufet ſich ohne den gering-ſten Zweifel auf ſie. Wir wollen uns alſovorſtellen, die H. Schrifft ſey nichts als ei-ne Sammlung von Nachrichten, die zu ver-ſchiedener Zeit, und von unterſchiedlichenVerfaſſern aufgeſetzet worden. Aleinauch in dleſer Eigenſchafft iſt ſie ein gulde-ne

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