Band 
Achter Theil. Worinnen der Mensch in Gesellschaft mit Gott betrachtet wird.
Seite
262
JPEG-Download
 

262 Schau⸗Platz der Natur.

——Ü—U[———————ren. Clemens von Alexandrien und Euſebi-us bon Cæſarea() erzaͤhlen uns dieſe Aus-ſchweifungen mit mehrerer Freyheit als wirjezo davon reden moͤgen, weil ſie damahlsetwas gemeines waren, und unter demBeyfalle der Weiſen deſto freyer ausge-uüͤbet wurden. Die H. Schrifft druͤcketdieſen Umſturz der Ordnung mit ein paarnachdruͤcklichen, aber erbaren Wortenaus. Dergleichen Lehren folgen, nennetſie den Weg des Menſchen verderben.Noch war eine andere Weltwelsheit,welche nach dem allgemeinen Urtheile, auchſelbſt derjenigen, die ihr nicht folgeten, beſ-ſer war, als die vorige, indem ſie zwar derWeichlichkeit das Wort nicht redete, wie diePlatoniſche that, hingegen aber die ſtaͤrke-ſte unter allen menſchlichen Leldenſchafften,nähmlich den Hochmuth, auf den Haͤndentrug. Das Hauptwerk ihrer vermeyn-

ten Weisheit, beſtande in folgendem Satze.

„GOtt kan mir zwar das Leben geben:„Er kan mir Reichthum zuwenden, und ihn„wieder wegnehmen. Aber die Gemuͤths-„ ruhe, die wahre Tugend, kan ich mir ſelbſt

geben, und das will ich auch thun.„(EtCicero giebt zu verſtehen, man haͤtleniemahls Urſache gehabt/ den Goͤttern 105 Ur

( Ppræparat. Evangelica L. 13. C. 20.(*νν Det vitam det opes quum mi ani-muin ipſe parabo. Horat. 5