268 Schau⸗Platz der Natur.
cher auf die Propheten fiele, und den Apo⸗ ö
ſteln neue Wahrheiten offenbahrete; ſon-dern es geſchahe durch die Ueberzeugungunlaugbarer Begebenheiten. Demnachgeſchahe es auf eine Weiſe, welche unterdem menſchlichen Geſchlechte uͤblich, undim Stande war, jedem von Vorurthel-len befreyeten Verſtande ein Genuͤgen zuthun. Woferne demnach das Evange-lium einen vernünfftigen Beyfall erhielte,ſo geſchahe es nur deswegen, weil es wi-der die geſunde Vernunft gelaufen waͤre,es zu verwerfen.
Zwar ſchaͤrfet uns die evangeliſcheLehre ohne Unterlaß ein, der Glaube ſeyeine Gabe des Hoͤchſten. Allein es ſagetuns auch, der Menſch koͤnne ſeine Ver-nunfft nicht beſſer anwenden, als wenn erglaube; darum, weil GOtt ſeiner ver-borgenen Nuͤhrung des Herzens ohner-achtet, nicht verlange, daß man dem Evan-
— Z!————t—
gelio blindlings glauben ſolle, ſondern dieWahrheit deſſelbigen klar und deutlich be?-
weiſe. Daher handeln diejenigen, welcheihm glauben, hoͤchſt vernuͤnfftig die andern
916 05 ſind ohne die geringſte Entſchul-
Dient Gewißheit welche der Menſch
durch das uͤbereinſtimmende Jeugniß ſeih-
ner Sinne erlanget, iſt in der That auchdieſenge, welche er durch eine beſtaͤndigeErfah-