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Memorabilia Tigurina, oder Merkwürdigkeiten der Stadt und Landschaft Zürich / von Hans Heinrich Bluntschli
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18
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Anstaust.

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neiden, sonderlich, weil er gemeine Handwerks-Leute zu den Regiments -Stellen hervor gezogen. Darzu ist kommen, daß A. 1488 von dem Rathzu Zürich in Stadt und Land ein Mandat ausgegangen, darin» aller Über-fluß der Hochzeiten, Gastmähleren, Kinds-Tauffen, Kleideren, öffentlichenSchiessen, deßgleichen der schädliche Holtzhau zun Zäunen, wie auch diegrossen Hund auf den Dörfferen, mit Ernst abgeschaffet wurden ; Zu wel-chem noch kommen die Einschränkung des Salz-Kauffs in die Stadt.Zürich.Wordnrch die Bauren dergestaltm in Harnisch gerathen, daß bey 520 abdem See sich zusammengerottet, und eine Gesandschafft an den Rath zuZürich geschickt, welche aber durch den Bürgermeister Waldmanii von der^uclienr abgehalten worden. Nichts destowcniger traten übermahl auf ei-ner Faßnacht-Kurzweil zu Meilen ihrer gegen 1720 zusammen, und ga-ben einer Raths-Gesandschafft aus der Stadt, welche sie von ihrem Rebel-lischen Beginnen abhalten sollen, ganz trotzigen Bescheid: Ja sie sind garin 2OOo stark mit gewehrter Hand für die Stadt gezogen, und haben Nach-laß ihrer Beschwerden begehrt. Es wurden aber die Bauren vermittelstanderer Orthen der Eydgnoßschafft von aller Thätlichkeit abgehalten. Alsindessen Hr. Waldmann allerhand Stich-Reden wider die Bauren aus-gestossen, nahmen seine Mißgönstige darbey Anlaß ihne bey den Baurenschwarz anzuschreiben, welche dann übermahl eine Gesandtschafft von soMann in die Stadt schickten. Da ihnen aber nicht beliebiger Bescheidworden, brachen die Bauren völlig aus, bestzten die Schlösser waden-schwvl, Grüningen, und andere Plätz. Dem Waldmann ward gera-then sich ein Zeitlang der Stadt zu äussern, er folgte aber nicht, sondern dadie Bauren bereits gegen 7022 stark vor der Stadt lagen, samlete er dieBurgerschafft auf die Zunfft, ermahnete sie zur Treu, und gab ihnen seineUnschuld zu verstehen. Als er aber hiermit beschäfftiget war, ward durchAnschickung seinerMißgönstigen in den grossen Rath gelautet, dahin er sichdann bMben. Bald sielen die Bürger in 500 stark mit gewehrter Handfür das Rathhauß, forderten den Bürgermeister Waldmann, und alle die,wider welche sie einen Grollen hatten, hinaus, und müßte man, zu Verhü-tung eines greulichen Blutbads, den Bürgermeister Waldmann, Lien-hard Oehen, Obersten Meister, und noch 6. Herren des Raths, ge-fänglich in den Wellenberg lieferen lassen. Mittlerweil hatten die Baurenein Geschrey ausgehen lassen, daß durch des Waldmanns Praticken mit demKayser, ein frömdesVolk ins Land gebracht worden, darauf abermal durchdas ganze Zürich-Gebiet ein Sturm ergangen , und bey 8200 bewafneterBauren sich der Stadt zugenähet, welche auch von der Burgerschafft mitWein, Brod, Lebkuchen, guten Fischen, Feigen, Weinbeeren, und anderenLäcker- Speisen, nach Nothdurfft versehen worden. Hierauf wurde der

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