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Memorabilia Tigurina, oder Merkwürdigkeiten der Stadt und Landschaft Zürich / von Hans Heinrich Bluntschli
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234
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Rälte. Rampten.

An. 1739 lind 1740, ist schon früh im Wintermonat I7ZS ein heff-tiger Frost eingefallen, welcher biß Ausgang Drillens gedaurct, daß alleWasser zeitlich sehr dick überfroren, und Leuthe und Viehe etliche Wochenüber den Zürichfee wandten können. Man hat wargcnommen daß die Kal-te so groß als An. 1709 gewesen ; Die Räben haben darbey sehr übelgelitten, und alles was durch den Frost nicht ersterben, stenge erst so spatan zu drucken, daß alle Gewächse einen Zuten Monat später als oräinarl,zur Zeitigung kommen ; Die spate Fruchte, sonderlich die Trauben, wur-den gar verspätet, und annoch folgends den 9 und i4Wemmonat mit gros-sem schädlichen Missen und Frost überfallen, daß dardurch die Frucht desWeinstocks fast ganz auf einmahl unbrauchbar gemacht worden. Viä. irr.wein, säur.

Der lang unter dem Schnee den Winter über gelegene Gaamen Wa-re sehr dünn, und gab in der Ernd an meisten Orthen wenig Garben. Al-ler Orthen in ganz Europa wäre wegen strengen Frosts viel Jammer;^sonderhett in der Stadt Zürich, grosse Noth und Klag, wegen Holz-

Kampten.

Schloß und Dorf, ligenob dem Eingang des Wassers Aa, indemPfäfficker See. Das alte Schloß wird in alten Brieffen eine veste ge-genannt, ist aber schon längsten zerftöhrt; Hatte eigene Freiherren diesesNamens gehabt, die an das Hauß und Kirchen Bubicken Gtifftnngen ge-than, da auch etliche von ihnen begraben sind; Waren der Aebten vonEinsidlen Erb - Kuchimeifter. An. 962 lebte Heinrich von Kempten, einesjungen Herzogen aus Schwaben Hofmeister ; Was sich zwüschent ihmeund Kayser Ottone Kl. begeben, ist in Bernmeisters Kayser - (Dr. xaZ.506. zu lesen. Er erwiese sich in derBeläaerung des Schlosses Leon imHerzogthum Fpoiero»einet! Erhalter des Kaysers und des ganzen Volks,deßwegen der Kayser ihne umfangen, gekäst und köstlich beschenkt.

An. 1200 hat Hermann von Kempten grosse Vergabung an Reütigethan. An. 1292 zogen dte Zürcher dem Freyherr« Gerunq von Kemp-ten für sein Schloß und verbrennten es, wellen er es mit Kayser Albertohielt, versöhnte sich aber wieder mit Zürich An. 1295. Bertha wäre An.1244 Convent-Frau zum Frau Münster, und hernach Aebtiffin. An. 1401Elßbetha , wäre verheurathet mit Gaudenz von Hofstetten, käme alsoKempten durch Heurath an die von Hofstetten. An. 1488 wäre Amaliavon Kempten verheurathet mit Diethelm Blarev, V. W. kam also wie-derum durch Henrath diese Herrschafft an die Blarev , unter denen dasSchloß, samt allen geschriebenen vocumcnrcn. An. isri durch eine lo-st