der alten Nationen. 6i
unbekannten Völkern und Ländern die nützlichstenNachrichten einholete, welche ihre witzigen Geschicht-schreiber abfasseten und der Nachkommenschaft über-lieferten. Die Römer macheten durch ihre Feld-züge einen großen Theil dcrerjenigen Völker bekannt,von welchen die erste Welt nichts wußte. Ihregroßen Feldherren durchstreiften mit ihren siegendenHeeren die Welt gegen Osten, Westen undNorden,und drangen in das Herz dererjeni'gen Länder ein,welche die Phönicier und Griechen nur bloß an denUfern hatten kennen lernen. Durch ihre besondereStaatsregel, vermöge welcher sie mit den überwun-denen Völkern vermischt und in ein Volk zusam-mengeschmolzen zu werden sucheten, wurden sie ihregroßen Wohlthäter, und führeten Wissenschaftenund eine verfeinerte Lebensart bey ihnen ein, welchesbeydes sie selbst von den überwundenen Griechen er-lernet hatten. Die Zinsbarkeit, ein Umstand, derdiesen niebezwungenen Völkern unerträglich schien,ward also durch die vortheilhafte Veränderung, wel-che mit ihren Sitten vorgieng, seitdem sie römischeUnterthanen geworden, zureichend ersetzet. Mansahe sie bald nachher ihre rohe grobe Sitten able-gen, und die Artigkeit ihrer Ueberwinder annehmen.Künste und Wissenschaften fiengen an unter ihnenzu blühen. Aus Wilden wurden sie gesittete Völ-ker, dagegen diejenigen Völker, welche ihre Entle-genheit gegen die Anfälle der Römer schützte, nochviele hundert Jahre darnach ihre alteBarbarey bey-behielten. -
§.2.