62 Allgemeine Handlungsgeschichte
§- 2 .
Billig sollten diese drey Nationen, welche eine sosichtbare Wirkung in das allgemeine moralische Welt-system gehabt, allgemein bekannt seyn, und derenGeschichte in einem jeden mit einigem Geschmackegeschriebenen Compendio der Universalhistorie aus,sührlich abgehandelt werden; allein bisher ist esDicht geschehen. Die Römer und Griechen kennetman noch wohl, aber nicht sowol als Wohlthäterdes menschlichen Geschlechts, sondern vielmehr dieersten, wegen ihrer ausländischen Eroberungen, unddie letztem wegen ihrer innerliche«, Kriege und Un-einigkeiten; von den Phöniciern aber ist allenthal-den ein tiefes Stillschweigen. Bey dem ersten An-blicke scheint es unbegreiflich, wie die Geschichte ei-Des Volkes, welches ehedem so vieles Aufsehen inder Welt machte, und dessen Schicksale so genau mitden Schicksalen aller damals berühmter Völker ver-bunden waren, sich so gänzlich aus dem Gedächtnisseder Nachwelt habe verlieren können. Die Ursachendavon muß man nicht in dem Mangel einheimischerGeschichtschreiber suchen. Nein, bey einer Nation,bey welcher Künste und Handel zu einer so ansehnli-chen Höhe gestiegen, müssen auch nothwendig Bü-cher und Wissenschaften gefunden werden. DieMusen sind gemeiniglich in dem Gefolge des Mer-kurs. Schon vor der Zerstörung von Troja hat-te Phönicien einen Mochus, einen Weltweisen,welcher-die Lehre von den Atomen, oder dem Ur-sioffe aller erschaffenen Dinge, tiefsinnig vortrug.Nicht lange nachher machte sich Sanchuniachon
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