78 Allgemeine Handlungsgeschichte
auf Glauben einer phönicischen Tradition ohne Be-weis annahmen. Er gesteht auch, daß er nichtsgewisses von den äußersten Gränzen Europens wisse,so wenig als er von den Ländern, aus welchen dasZinn und der Bernstein kommen, nämlich von Eng-land und Preußen, einige Nachrichten habe. Langenach ihm wußte der große Aristoteles so wenig,wie die Gränzen Europens sich gegen die übrigenWelttheile verhielten, daß er vermuthete, daß dieLänder, welche um die Meerenge von Gibraltar lie-gen, mit Indien zusammenhangen. In dem ro-then und persischen Meere waren die Griechen vorAlexanders Zeit niemals gewesen. Von den höhergegen Norden belegenen asiatischen Ländern wußtensie gar nichts. Auf dieser Seite hielten sie Mingre-lien für das Welkende. Wenn plaro derohalbenden ganzen Raum der angebaueten Welt anzeigenwill: so schließt er denselben zwischen dem Phasis,einen Fluß in Mingrelien, und den Säulen des Her-kules, oder der Straße, ein. Zufolge dieses allge-meine» Irrthums gaben Alexanders Soldaten denBerg Parapamisus in Indien, bis an welchenAlexanders Kriegszug sich erstrecket hatte, widerdie Wahrheit für den Caukasus aus, welcher in Col-chis lag, damit sie sagen konnten, ihr Held habe sei-ne Waffen bis ans Ende der Welt geführet.
§. ! 2 .
Durch Alexanders Kriegszug erlangete Grie-chenland ein großes Licht in der Kenntniß der Welt»Es ward durch denselben nicht allein ein großer Theil
Asiens