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28.*Buch. Heinrich der Vierte.
Theil des Adels erkannten den Kardinal von Boukbon für den rechtmäßigen König, i59^und der Navarrer, — so nannten sie Heinrich den Vierten — wäre beynahe der-Äsen, und zu langem Widerstand unfähig. Diesem Bericht zu Folge glaubte derMbst, er könne ohne weiteres Bedenken die schon geschehene Wahl eines Kardinals zumäxonig von Frankreich durch lein Ansetzn befestigen, oder höchstens für dessen ThronfolgeMgen. Zn diesem Geschäfte wählte er den Kardinal Heinrich Gaetano (Lajeta-Nus) gab ihm den Titel eines Legaten, und ließ ihn durch verschiedene kluge und geschick-te Personen begleiten, unter denen der Jesuite Bellarnirnus war. Er unterstütztediese ansehnliche Gesandschaft mit 300000 Thalern. Allein, ehe noch der Legat abge-reist war, so änderte der Pabst seinen Entwurf. Franz von Luxemburg, Herzogvon pine-y, der Abgesandte der katholischen Rovalisten, hatte dem Pabst, da er selbstnicht so geschwind nach Rom kommen konnte, geschrieben, er möchte sich nicht übereilen,und sich durch die Vorstellungen der Liguisten nicht hintergehen lassen, und deswegen denLegaten noch so lange zurück halten, bis er selbst mit ihm würde gesprochen haben. Die-ses Schreiben, und die Nachricht von den Vortheilen des Königs, erweckten tiefes Nach-denken bey dem Pabst; und doch ließ er, betäubt durch das anhaltende Bitten der Ligui-sten, den Legaten ziehen: allein anstatt daß er ihm vorher befohlen hatte, alle Kräfte zurBefestigung des Kardinals von Bourbon auf dem Thron, anzuwenden, sagte er indem deshalb ausgefertigten Breve ausdrücklich: er schicke den Legaten nur darum ab, da-mit alle Franzosen in der Religion wieder vereiniget werden, und zur Wahl eines katho-lischen Königs das Ihrige beytragen möchten; des Kardinals von Bourbon ward da-bey mit keinem Worte gedacht. Er schärfte dem Legaten ein, sich nicht für einen Feinddes Königs von Navarra zu erklären, so lange er Hoffnung zu dessen Glaubensande-rung haben würde; bey allen weltlichen Ansprüchen der Prinzen parteylos zu bleiben; blosauf das Beste der Religion zu denken; und alles einzugehen, wenn nur der König, denman wählen würde, ein Franzose, der Kirche gehorsam, und dem Königreich ange-nehm wäre.
Wären diese Befehle richtig vollzogen worden, so würde Frankreich in Ruhe Schlechtesgesetzt worden seyn, da hingegen die Untreue des Legaten, die Spaltungen verlängerte Betragen desund vermehrte. Statt der ihm anbefohlnen Parteylostgkeit, zeigte Gaerano gleich An- paM-Legam,fangs die stärkste Anhänglichkeit an die Ligue und an die Spanier. Der friedfertige Gaetano.Nuncius LNorosinl, der nach der Katastrophe zu Blois in Unkhätigkeit war gesetzt wor-den, rieth ihm, nicht gerade nach Paris, dessen Bewohner sich so offenbar gegen Hein- X
7^7^" erkläret hätten, zu gehen, sondern sich in einer, beiden Parteyen angenehmenStadt des Königreichs aufzuhalten, von dort aus den Lauf der Geschäfte beider Par-teyen zu beobachten, sich blos nach deren Umständen zu richten, und seinen Aufenthaltzu einem Hemgrhum des Friedens zu machen. Eben diesen Rath gab ihm der Herzogvon rAevers, der sich in seinen Ländereyen still hielt, und für den König alle mit einerstrengen Parteylosigkeu verträgliche Achtung hegte. Allein, Gaetano glaubte, tNo-rosmi spreche nur so, damit er eben die Fehler begehen möge, die man in Rom demNuncms vorgeworfen hatte; und da man ihm auch den Herzog vonNevers als einenAnhänger des Königs schilderte, so gab er allen solchen Rathschlägen weiter kein Gehör.
den Grundsätzen des römischen Hofs erzogen, bildete er sich ein, alles werde sich inFrankreich vor seinem rothen Hut beugen, und man werde einen König nach seiner Laune39. Th. A.H. 2i.TH. B machen.