Band 
Neun und dreyssigster Theil.
Seite
18
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28. Buch. Heinrich der Vierte.

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Am 22. Aug,

Am Z i. Aug.

Am 5. Sext.

Am 8>Sept.

-Heinrichwagt noch denletzten, aberfruchtlosenVersuch, Pa-ris zu erobern,und zieht ab.

selbst. Da nun aber Paris, sich selbst überlassen, nicht langer widerstehen konnte; sobekam der Herzog von Parma die dringendsten Befehle, den Belagerten zu Hälfe zueilen. Ungern verließ der Held den bisherigen Schauplatz seiner Thaten. Da er aberdazu genöthiget ward, wandt' er auch alle Vorsicht an, die auf den Zng gegen einen ge-übten Feind erfordert wird. Der Herzog von Mayenne zog voraus, um den Pari-sern durch seine Nahe Muth einzuflößen. Bald nach seiner Ankunft zu Meaur stießauch der Herzog von Parma zu ihm.

Heinncb gerieth hierüber in nicht geringe Verlegenheit. Dem Entsatz dieSpitze zu bieten, und zugleich seine Posten zu behaupten, war er nicht stark genug: unddie Einschliefsung aufzuheben, hieß eben so viel, als die Frucht langwieriger Sorgen undMühseligkeit aus den Handen lassen. Dennoch muste er sich hierzu entschließen, umnur nicht alles zu verlieren. Er zog also sein Heer zusammen, und nahm eine Stellung,die, wie er glaubte, den Herzog von Parma nöthigen würde, entweder der Befreyungder Hauptstadt zu entsagen, oder ein Treffen zu wagen: allein, der alte General ver-mied das letzte nach seiner gewöhnlichen Klugheit, und suchte wenigstens Lebensmittel indie Stadt zu bringen. Weil aber der König die besten Zugänge besetzt hielt, so konnteden Parisern nur sehr wenig zugebracht werden. Sie drohten daher mit der Uebergabe,wenn man sie nicht schleunig befreyen würde. Hierauf verließ Alexander sein Lager,nachdem er das Gerücht verbreitet hatte, er wolle ein Treffen liefern. Bey dieser Nach-richt jauchzte Heinrich, und das ganze Heer äusserte Freude,'daß es endlich einmal zumGefechte kommen sollte. Beide Heere giengen auf einander los, aber das spanische mitlangsamen Schritt und unter häufigen Stillhalten. Die Franzosen, getrieben durchihre natürliche Ungeduld, sprengten ihr entgegen: allein, plötzlich weicht sie zurück, ent-zieht sich durch ein Thal den Augen der Royalisten, wählt eine Vortheilhafte Stellung,die sie sogleich mit Graben und Schanzen verwahret, und richtet ihre ganze Artilleriegegen die an der Marne liegende Stadt Lagni, die damals wichtig war, weil die Liguistenjenseits desselben ansehnliche Magazine angelegt hatten, die für Paris bestimmt waren,wenn der Fluß frey seyn würde. Der König that alles zur Erhaltung derselben: den-noch ward sie vor seinen Augen mit Sturm erobert; und nun kamen Fahrzeuge in Men-ge, mit Lebensmitteln beladen, den Fluß herunter nach Paris.

Dieser unerwartete Zufall vereitelte vollends alle Entwürfe des Monarchen;er fühlte es auch: dennoch war es ihm nicht möglich, aller Hoffnung zu entsagen. Eheer die Hauptstadt aus dem Gesichte verlor, wagte er noch den letzten Versuch auf sie.Er ließ in der Nacht vom neunten zum zehnten September an drey Orten Sturmleiternanlegen, fand aber die Besatzung zum Empfang fertig, und mußte sich zurück ziehen.Weil er aber meinte, jeder würde nun, da der erste Lärmen vorbey war, seinen Postenverlassen und sich zur Ruhe begeben haben, führte er selbst gegen Anbruch des Tags fri-sche Truppen zur Besteigung der Mauern herbey. Schon waren einige Soldaten oben,als ein Jesuire und ein Bu Händler, die auf der benachbarten Brustwehr geblieben wa-ren, Lärmen machten, und selbst sogleich eine Leiter voll Soldaten umwarfen. DieMauern waren bald besetzt, und Hermrch mußte abermals fliehen, und bereuete zuspät, daß er mit dem langsamen Fortgang der Einschliefsung nicht mehr Thätigkeit ver-bunden hatte. In der That waren viele Fehler während derselben vorgefallen. VieleOfficiere und Soldaten hatten heimliche Verständnisse mit ihren Freunden in der Stadt,

denen