Band 
Neun und dreyssigster Theil.
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ZQ 28. Buch. Heinrich der Vierte.

159 2 aufs neue von den Belagerten um Beystand angefleht. Er kehrt zurück, kommt in zwo.Tagereisen vor Rouen, überrascht so den König, und laßt ihm kaum Zeit, seine um dieStadt zerstreute Truppen zu sammltn. Sie waren in der That durch die lange undHeftigkeit der bisherigen Winterbelagerung sehr geschmolzen: dennoch trotzte Heinnchdurch seine standhafte Gegenwart dem Feind. Um Rouen sicher zu stellen, muste Far-»lese entweder das erschöpfte königliche Heer mit einem lebhaften Anfall vollends zu Bo-den stürzen, oderCaudebec, eine zwar minder beträchtliche, aber doch wegen der dortigenMagazine damals wichtige Stadt, belagern. Das erste geschah nicht, weil man mitBerarhschlagungen zu viel Zeit verdarb und dadurch dem König sich besser zu verschan-zen erlaubte: das andere geschah also, wiewohl wider Willen des Herzogs von Parma,der der Mehrheit der Stimmen nachgeben muste. Bey Errichtung der Batterien vorCaudebcc ward er im Arm verwundet, so daß er hernach, da die Stadt erobert war,sich ausser Stand gesetzt sahe, die Gelegenheiten die ihm die allzugrosse Kühnheit desKönigs oft genug darbot, gehörig zu benutzen. Dieser bot immer mit seinem kleinenHeere die Spitze, welches jedoch bey dieser Standhaftigkeit und bey dem Gerücht vonDer König der ihm'drohenden Gefahr, durch den herbey eilenden Adel täglich wuchs, so daß er nunfchli-ßr den H. ernsthaftere Angriffe thun und zuletzt gar dieFeinde einschließen konnte, welche auf einern. Parma ein, schmalen Erdznnge standen, die auf drey Seiten durch die dort breitströmende Seine^ lind 6" der vierten durch die königliche Armee begranzt war. Den Spaniern gebrach

^^' es an Brod und Pferdefütterung, und das trübe Wasser des Flusses war der Gesund-heit nachteilig; der nassen Witterung nicht zu gedenken. Zum höchsten Unglück lagendie beiden Feldherren darnieder; Famese an seiner Wunde', tNayenne an einer ver-nachlaßigten Unpäßlichkeit. Alles schien verloren; und doch war das Vertrauen derSpanier auf ihrem Führer so stark, daß sie weder Unruhe noch Furcht blicken ließen,und nur wenige verliefen sich. Der Herzog von Parma sammlete alle seine Kräfte,Am 22.MM). machte einen festen Entwurf, ertheilte seine Befehle, und setzte an einem Morgen sehrfrüh mit seinen: ganzen Heer auf einer Menge von Fahrzeugen über den Fluß, ohne be-merkt zu werden. Durch angestrengte Züge kam er in zween Tagen nach St. Cloud,gieng dort wieder über die Seine, zog vor Paris vorbey, und ruhte nicht eher aus, alsbey Chateau Thierri, da er sich vor dem Nachsetzen des Königs in völliger Sicherheit sahe.

Auf diese Art entgieng Heinrichen plötzlich ein Sieg, den er durch so vieleMühseligkeiten verdient hatte, und den er als zuverläßig betrachtet hatte. Kaum wollteer seinen eigenen Augen trauen, als er die Feinde verschwunden sahe. Zwar schickte ersogleich einige Haufen zum Nachsetzen ab, sie konnten aber blos einige Kranke und Mat-te gefangen nehmen. Zween Tage vergangen unter Berathschlagungen; endlich be-schloß er, aus Mangel des Geldes, einen Theil seiner zahlreichen Armee abzudanken,und mit einen: ausgesuchten Haufen eilte er durch Picardie und Champagne, um denHerzog von Parma noch auf der Gränze abzuschneiden: es war aber zu spät, undDerKLn. ver- Heinrich muste sich mit dem Ueberfall und der Einnahme einiger Städte in Champa-u-rt denMar- gne begnügen. Vor Epernai litt er einen sehr empfindlichen Verlust durch den Tod dessch.,ll vou Bi- tapfern und einsichtsvollen Marschaliö von Sir on. Vorher schon waren auch zweenron,denHerz. andere erfahrne königliche Feldherren gestorben, der Herzog von LNontpenfter, und dera H^r wn Guirri k). Als

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contra.