Band 
Neun und dreyssigster Theil.
Seite
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42 28. Buch. Heinrich der Vierte.

i 5 yz worinn man versicherte, die gegenwärtige Lage der Angelegenheiten verstatte jetzt keinenWunsch rol-Fortgang in der Wahl: aber ganz gaben sie die Stande nicht auf, sondern baten, dielcnden. Armee je eher je lieber anrücken zu lassen, damit man nicht genöthiget werden möchte,einen nachteiligen Vergleich mit dem Feind einzugehen. — Die spanischen Ratheantworteten gleichfalls schriftlich mit einem Schein von Uneigennützigkeir, ihr Könighabe blos für Frankreichs Glück gearbeitet; es wäre freylich zu bedauren, daß man seh-nen guten Willen in Erwahlung eines Königs, dessen Macht allem Unheil würde abge-holfen haben, nicht erkennen wolle, übrigens würden sie stets bereit seyn, die heiligeUnion durch gute Dienste zu unterstützen.

Eine solche Entwickelung des mit so vielem Ernst geschürzten Knotens, machteMenippei-die Stände lächerlich, und die witzigen Köpfe jener Zeit machten sich darüber lustig,sehe Satire. 2lm glücklichsten hierin« waren die Verfasser der bekannten und von uns einigemal ange-führten Mempperjchen Satire, die eigentlich eine Erzählung von dieser Versamm-lung der Stände enthalt, untermischt mit Beschreibungen, Reden und Allegorien, dieden Charakter lind die geheimen Beweggründe der Häupter entwickeln. Die nun fastzweihundert Jahr alte Schreibart ist noch nicht veraltet, und wenn man mir einigeKenntniß von der Geschichte hat, so ließt man noch dieses Werk mit dem größten Ver-gnügen. Bey den Zeitgenossen machte es einen lebhaften Eindruck, und man beh up-tet, Heinrich) der Vierte habe dadurch mehr gewonnen, als durch alle Eroberungen.Am 4 . Zul. Dieser Fürst hatte sich nach verschiedenen kriegerischen Unternehmungen, die

K. Heinrich bey der Natron das Verlangen nach Frieden immer heftiger machten, nach Mantes be-^ geben, wo sich auf seinen Befehl viele Bischöffe und Theologen nicht allein von seiner

unter"cützciu Partey, sondern auch von der Partey der Ligue, versammlet hatten. Da sie eingela-' ' den waren, durch ihre Einsichten den Unterricht des Königs zu befördern, so hielten sie

nicht für nöthig, sich an die Drohungen und Verbotb des Legaten zu kehren, welcher so-Arglistige wohl selbst als durch seine Kundschafter alle Kräfte anwendete, die Lossprechung des Kö-Kimsigriffe nigs zu hintertreiben. Er verlangte, die Sorbonne sollte die Geistlichen, die sich nachdes päbstü- Maates begeben hatten, für Ketzer und ihrer Pfründen verlustig erklären. Aus diesem«Her, Legaten. ließ er dem Abbt von St. Gcnevieve, Joseph) Foulon, den Proceß machen.

Man hatte ihn schon lange beobachtet, weil seine Gesinnungen in Ansehung des Königsden Liguisten höchst verdächtig schienen. Nach dem, was wir vorher von ihm berührthaben, konnte dies freylich nicht anders seyn; sie waren auch so wachsam, daß sie Briefeaufsiengen, die er an die Anhänger des Königs geschrieben hatte, und worinn er sich mitihnen über Heinrichs Rcligionsänderung freute. In diesen Briefen fand der Legat einVerbrechender beleidigten göttlichen und menschlichen Majestät; er ließ den vorgeblichSchuldigen gefangen setzen, gab ihm die eifrigsten Liguisten zu Richtern; und sein Pro-ceß ward mit der größten Lebhaftigkeit betrieben. Der Abbt verbot die gewöhnliche Ju-stitz, und erhob, im Vertrauen auf seine Privilegien eine Nullitätsklage. Alles dieswar fruchtlos. Der Legat wollte ein für allemal ein Beyspiel an ihm, andern zur War-nung, geben/ Seine Freunde, deren sehr viel und zum Theil mächtig waren, riechenihm, sich krank zu stellen. Unter diesem Vorwand verlangten sie seine Loslassung bis zurGenesung, und leisteten unterdes Bürgschaft für ihn. Der Abbt entwich, und rettetesich zu dem König, dessen Religionsveränderung alle übrige Angelegenheiten in Verges-senheit brachte.

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