i2§ 29. Buch. Ludwig der Dreizehnte.
r6rz Als sie fort gehen wollten nahm der Präsident Ieamim das Wort, um flh
wegen der Finanzverwaltung zu rechtfertigen. Hierauf wendeten sich die Herzoge veGmse, Vendome, und Moncmorenci *) an den König, und boten ihm >8Vermögen, ihre Degen und ihr leben gegen alle an, und erklärten, daß sie nichtParlament gehen würden, wenn er ihnen es nicht befehle. Der Herzog von EperU^sagte frey heraus, das Parlament habe kein Recht, die Pairs ohne Erlaubniß desnigs zu berufen. Endlich machte die Königin dem Streit ein Ende, indem sie sagk^Es iß genug! Als dann näherte sich ihr der Marschall von Ancre, und gab ihr ^kleines Buch in die Hand, das den Titel führte: Die Rassandra, und eine SaMwider die Regierung enthielt. Sie bezeigte dem ersten Präsidenten ihre Verwundernddaß man Schriften wider des Königs und ihre Ehre ohne alle Ahndung verkaufliesse.
Der Herzog von Nevers, der billiger von den Rechten des Parlamchldachte, konnte seine Gesinnungen nicht verbergen, sondern gab zu erkennen, daß viel'Punkte in den Vorstellungen des Parlaments enthalten waren, die man benutzen köm^/und wenn man etwas daran auszusetzen fände, so käme es dem König zu , solches iverwerfen. Da aber diese Rede keineswegs nach dem Geschmack der Königin und ^Minister war, so schien man nicht darauf zu achten.
Tags darauf ließ der Staarsrath einen Ausspruch gegen die Vorstellungdes Parlaments ergehen, wodurch befohlen ward, den Parlamentsschluß vom 28^,März nebst den Vorstellungen aus den Parkamentsbüchern auözustreichen. Ueb^gens behielt sich der König vor, wegen der Beschwerden und Vorstellungen, die'^den Schriften der allgemeinen Reichsversammlung enthalten waren, die günstigst^Verfügungen, die nur möglich wären, zu. treffen. Man fügte diesem Aussigeinen an das Parlament gerichteten offenen Brief bey, damit es gedachtenspruch registriren sollte.
Das Parlament bemühete sich, den König und die Königin durch allevon Unterwerfungen und Demuth zu befriedigen, und beschloß, den ersten Prasi^stcn nebst einigen Abgeordneten in das Louvre zu senden, um den König zu verficht^daß es nie gesonnen gewesen, seine oder seiner Mutter Handlungen und Personen aEtasten: allein, sie erlangten kein Gehör, und der Hof verlangte durchaus Gehörst^'Wahrend der dazwischen gekommenen Pfingstferien arbeitete man an einem VergißMan gedachte nicht mehr der Zusammenberufung der Pairs und der Vorstellungen ^Parlaments, und der Staatsrath drung auch nicht weiter auf die RegistrirungAusspruchs. Der Oberfiskal versicherte dem Parlament, daß der König die BeAgung seiner Unterwürfigkeit unter dessen Willen, und die der Regentschaft seiner M ^Am rz.Zun. ter ertheilten Lobsprüche gnädig aufgenommen habe. Das Parlament hingegen faßls,.nen langen Schluß ab, worinn es den König seines Gehorsams versicherte, diegin Mutter an ihre gegen das Parlament geausserte Bitte erinnerte, dem König mitsi^an die Hand zugehen, und zuletzt erklärte, daß seine Vorstellungen gegründet waren, ^daß sie auch so würden befunden werden, wenn sie der König wollte prüfen
(*) Heinrich der Zwecke, Sohn des im vorigen Jahr gestorbenen Konnctabels, Heirrrdeö Ersten, echemaiigen Herrn von Dgnwille.