Band 
Neun und dreyssigster Theil.
Seite
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29. Buch. Ludwig der Dreizehnte.

rörz Ziehung der Doppelheurath zu widersetzen, Gehör gab. Die Befehlshaber der Sircherheitsplatze und die Vornehmsten des reformirten Adels schickten an den Herzog, u>»ihn zu bitten, daß er ihr General seyn sollte. Auf diese Art ward Rohan zur ParttYdes Prinzen von Londe getrieben, theils um sich wegen der vom Hof erlittenen Bele^digungen zu rächen, theils aus Gefälligkeit gegen seinen Bruder, theils aus Neigung,seinen Religionsverwandten nützliche Dienste zu leisten.

Als der Hof die Veränderungen des Herzogs von Rohan erfuhr, so gab er ausdie Vorstellung der Reformirten allgemeine und zweideutige Antworten, und stellte sich,als wenn er aus Achtung gegen den redlichen Mornai gewisse Punkten bewillige»wollte: allein er versagte doch das Vornehmste, was zur Sicherheit der Reformirtendienen konnte. Als ihnen daher ihre Abgeordneten am Hof die Ranke der Königin eiwdeckten, und dieBesorgniß äusserten, derHof möchte befehlen, !daß die Versammlungaus einander gehen sollte; so beschloß man, wie vorhin eben gemeldet worden, Gr^noble zu verlassen, und die Versammlung nach Nimes zu verlegen. Dieser Schrillwar in der That sehr übereilt, weil sich die Versammlung ohne Erlaubniß des Königsan keinen andern Ort hinbegeben konnte. Inzwischen geschahe er doch; so vergebensihn Lesdiguieres vorher durch Worte zuhindern gesucht hatte, eben so vergebenssperte er die Thore zu Grenoble. Aus Furcht genehmigte der Hof die Verlegung derVersammlung nach Nimes. An diesem Ort hatte der Herzog von Rohan mehr MAm »7. Nov. sehn; er schickte auch Abgeordnete an Londe, die mit ihm einen Vertrag erricht^ten, vermöge dessen eine genaue Untersuchung wegen der Personen angestellt werde»sollte, die an dem Tod Heinrichs des Grossen Theil gehabt hätten. Ferner sollt«die öffentliche Annahme des tridenter Konciliums hintertrieben, den widrigen, aus derVerbindung mit Spanien fliessenden Folgen vorgebeugt und die Waffen nur mit gemeinschaftlicher Uebereinstimmung niedergelegt werden.

Der Greif Der Herzog von Rohan fand bald Ursache, seine Uebereilung zu bereuen»

von St. Pol denn bey seiner Ankunft in Güyenne fand er, daß der Graf von Gk. pol nebst dei»Parten d s ^ anhängenden katholischen Adel sich mit dem Hof verglichen hatte. Die GemahlinHerzogs von Grafen war durch ihre Gewissensrathe so lange mit den Strafen der Hölle bedrohetRohan. worden, bis sie alles anwendete, um die Verbindungen ihres Gemahls zu trenne»-Der auf diese Art verlassene Rohan hatte nicht mehr als 2500 Mann zu Fuß und ?bis 40O zu Pferde, womit er den Herzog von Guise nicht angreifen konnte. Jnzw»schen hatte der unterdes zu Bourdeaux angekommene Hof beschlossen, auch gegen de»Herzog von Rohan als einen Feind des Staats zu verfahren, und dem Herrn deForce die Statthalterschaft von Bearn zu nehmen. Den Protestanten wurde besohllen, in einem Monat die Waffen niederzulegen, wenn sie nicht als Aufrührer u»dMajestäksverbrecher verfolgt werden wollten.

Die Doppel- Die Ohnmacht des Herzogs von Rohatt und die Unmöglichkeit in der sich de«

hrurath zwi-Marschall von Bouillon befand, das Heer des Prinzen von Londe weiter gegtllschrn Frank- Poitou vorrücken zu lassen, sicherten den Aufenthalt des Königs lind der Königinmen wieo qe- Bourdeaux, wo auch die Vermählung des Prinzen von Spanien mit der Prinzeff'"schlössen. ^ von Frankreich, so wie die Vermählung des Königs von Frankreich mit der JnfansillAm 18. Okt. zu Burgos , durch Bevollmächtigte geschehen war. Der Herzog von Guisi führte dllAm L.Nov. Schwester des Königs an die Gränze, wo die beiden Prinzessinnen auf dem Fluß ^

dass"»