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29. Buch. Ludwig der Dreizehnte.
r62 r bare Verwand zu der Verfolgung der Reformirteu. Der König ließ eine Erklärung
Am24.April. bekannt machen, die gleichsam das erste Zeichen zum Krieg war. Nach einer lebhaftenSchilderung des hartnakigen Widerstandes der Versammlung zu Röchelte, erklärte sseinen Entschluß, Touraine, Poitou und andere Provinzen seines Königreichs zu beßfchen, um, wenn er das Uebel naher sahe, die nöthigen Maasregeln dagegen zu ergrenfen, ohne jedoch das Edikt von Nantes zu verletzen. Nun hatten die Reform irren/vermöge dieses Edikts, einige Sicherheitsplatze, in denen sie Befehlshaber von ihrer ^ligion halten durften; und diese Städte dienten ihnen statt einer Versicherung, daß manauch das übrige, was man ihnen versprochen, hallen würde: allein, da sie sahen, ^man dem Edikt täglich zuwider handelte, und daß der Hof, er möchte auch sagen,er wollte, mit der Absicht umgehe, ihnen diese Platze zu entreissen, so beschloßensich tapfer zu vertheidigen.
LüineL wird Mehr brauchte es nicht, den Hof zur Ausführung seines Vorhabens anzlN
Konnetabel. sxischen. Indem er sich dazu anschickte, ward der Herzog von Lümes zum Könnet^bel von Frankreich erklärt, ob er gleich nie Soldat gewesen war. Weil diese Wür^dem, der sie bekleidet, gar zu viele Gewalt verleihet, so war erst der König nichtneigt, sie zu vergeben. Ausserdem hatte er einen so hohen Begriff von den kriegerisch/!'Eigenschaften des Marschalls von LesdrAuierce, daß er diesen dem Herzog vonlies würde vorgezogen haben, wenn dieser nicht den König durch einen ganz besonderKunstgriff auf die Erfüllung seiner Wünsche geleitet hätte. Er stellte ihm nämlich vehdaß die Erwahlung eines Konnetabels das einige Mittel zur Wiederherstellung dernung und Kriegszucht unter den Truppen sey, und daß Lesdiguieres diese Stt^vor andern verdiene, wenn er anders der protestantischen Religion entsagen wol^'Allein, Lesdtguieres weigerte sich dessen, wie Lümes voraus gesehen hatte. Hchauf schlug dieser dem König vor, zum Besten des Marschalls die Stelle eines allgeM^Lesdiguleres nen Marschalls aller königlichen Lager und Armeen zu erneuren, welche vormals ^wird allge- Marschall von Brron bekletdet hatte, ohne eine Religionöveränderung von ihm zu vckmetnerM a r- langen. Lesdlgmeres, mit dieser Ehre zufrieden, ließ sich bewegen, selbst nachschall alleres zu kommen, und den Herzog von Lümes zur Konnetabelwürde zu cmpfthlck'u.Armeen.^ Eigentlich war dies der Denkart des Marschalls nicht gemäß: allein, er war gciMjund hatte wichtige Schulden; und Lümes hatte ihm alle Einkünfte eines Konnetab^versprochen, wenn er ihm nur den Titel lassen wollte. Ein solches Zeugniß warAm r. April. Ludwigen von so starkem Gewicht, daß der Günstling erlangte, was er wünschtohne beim König in den Verdacht ehrgeiziger Absichten zu fallen. ^
Man geht Sobald der neue Konnetabel im Besitz seiner Würde war, so wollte er
gegen die Re-durch Unterdrückung der Reformirten merkwürdig machen, und zugleich dadurch"'
..Grossen beschäftigen, damit sie nicht Müsse haben möchten, auf seinen Umsturz
ken. Er begab sich daher mit dem König und mit dessen Mutter von FontainEVnach Orleans, und von da nach Blois und Tours. In jeder von diesen Städten E..man sich einige Tage lang auf, um die herbeiziehenden Truppen zu erwarten. Die ^formirten zu Rochelle, welche die Ankunft des Königs zu Orleans für eine offen^Kriegserklärung ansahen, rüsteten sich mit Macht und suchten ihr Verfahren dN^Manifeste zu rechtfertigen. Den Herrn von Mornai wollten sie mit seinen F-'ie^ .vorschlagen gar nicht mehr hören. Aus Achtung gegen die Verdienste dieses Herrn
formirten zuFelde.