29 . Buch. Ludwig der Dreizehnte. 15!
Segen sein jetziges Betragen ließ man ihm die Bezahlung alles dessen, was man ihm 16r,
schuldig war, und überdies hunderttausend Thaler nebst dem Marschallftab F -
A anbieten wenn er seine Befehlshaberstelle von Saumür, wo ^ eben das
Schloß bezogen hatte, niederlegen wollte. Allein, er verwarf alle tuest AnerbletungenZraßmüthig und mußte deswegen den empfindlichen Verdruß ausstehen, daß man demGrafen von Saulr, einem Enkel des Marschalis von Lesdigmeres oder Sohn des Am rs.M-wHerrn von Lrequi, der auch reformirt war, die Befehlshaberstelle über ^u , 1
^och, wie es hieß, nur auf drey Monate, und zwar so auftrug, daß , l
hernach beständig behalten sollte: allein, dieser ward nie wieder in diese g .
seht, ob er gleich einen königlichen Gnadenbrief darüber empfing. - . ..
Zu Saumür erfuhr man, daß der Herzog von Rohatt St. ^zean d Angenbefestigen laste. Sogleich befahl man ihm, nicht weiter mit Befestigen fortzufahren,fiud sich nebst seinem Bruder, dem Herzog von Soubrfe, zum König zu begeben.
Da sie nicht gehorchten, so beschloß man, den Feldzug mit dem Angriff dieses Platzesanzufangen. Rohan legte dreitausend Mann hinein, unter der Anführung seinesBrechers und des Herrn von Haurefonraine, eines erfahrnen Officiers. Die Waf-fen des Königs waren inzwischen überall siegreich. Die meisten Städte der Protestan-ten in Poiton unterwarfen sich ihm, und die reformirten in der Normandie, Bretag-ne und Picardie wurden entwaffnet. Der Herzog von Epernon, ihr alter Feind, warin Bearn, und alle Einwohner des flachen Landes hatten sich vor ihn: in die Gebürgtgeflüchtet. Da aber seine Armee gute Kriegszucht hielt, so fanden sich die Geflächte-ten bald wieder in ihren Häusern ein; und Lpernon kam zum König zurück, da ereben mit der Belagerung von St. Jean d' Angeli beschäftigt war. Ludwig wurde Seit dem rz-bey dieser Unternehmung, welche Lesdiguieres regierte, von den vornehmsten Krön-bedienten und dem Kern des katholischen Adels begleitet. Die Belagerung zog sich we-gen der Tapferkeit der Besatzung in die Lange, und endigte sich mit einer rühmlichen Am 24. Zun.Uebcrgabe. Der König verziehe allen, die in der Stadt waren, und versprach, sie imVollen Genuß ihrer Güter und Freiheiten zu lasten. Man fand in dem Platz kein ein,ä^es ganzes Hauß; alles war durch das schwere Geschütz beschädigt; und der Konigbefahl noch dazu, daß die Festnngnwerke sollten geschleift werden. Hierauf unterwarfsich die königliche Armee noch andere kleine Platze, entweder durch Drohung oder durchGewalt. Der Prinz von Londe arbeitete für den König in feinem GouvernementBern, und der Herzog von Mayenne in Ober Güyenne. Aber die merkwürdigste Be- Am 17. Auz.lagerung betraf die Stadt Montauban. Der König wohnte ihr selbst bey; der Kon-netabel von Lütnes führte die Armee an, und hatte seine Brüder, und die Herzogevon Mayenne und Lhevreuse, den Marschall von Lesdigmeres und ander Feld-herren unter sich; und der Graf von Gchoml?erg besorgte die Artillerie. Allein derMarquis von La Force, stine beiden Söhne, und der Graf von Drval, ein Sohndes Herzogs vonSutti, vertheidigten den Platz Mit der größten Unerschrockenheit undnöthigten den König , nach Verlust des Herzogs von LNa^ennc, vieler anderer hohenDfficiere und Edelleute und über 8ooo Mann, die Belagerung aufzuheben, so sihrAm7.Nov.^uch Schomberg und andere sich vermessen und ihre Ehre daran gesetzt hatten, denjftatz, mckg austerordentlich besitzt war, einzunehmen. Ware der KonnetabelFremdling im Kriegswesen, waren die unter ihm stehenden Feldherren nicht gegenAUS>W.H.z,,TH NH.--.TH. X ih»