i7o 2§. Buch. Ludwig der Dreizehnte.
162z denen ihm gehörigen Platzen gewählt habe, nicht verändern sollte, weil er für ihrestände; und der König willigte nicht eher darein, als bis ihm der Marschall vonqui versprochen hatte, diese protestantische Befehlshaber nachdem Tod des Konnetab^abzuschaffen. Dies waren offenbare Friedensbrüche, die den Protestanten heftigegen auspreßten. Der Herzog von Rechnn, der gewisser Massen Gewährleistetmit den Protestanten geschlossenen Vertrags war, hatte zu Lyon den Hof verlassen, s""dem Vergleich von Montpellier zu Folge, alle neue Festungswerke an den StädtenPartey schleifen zu lassen. Als er nach Montpellier kam, gab ihm der Befehlshab^Vnlence Wache, aus Furcht, er möchte etwas in dieser Stadt, wo er in grosseAchtung stand, unternehmen (*). Der Hof befahl, den Herzog frey zu lassen, ^bot ihm aber zugleich, ohne ausdrücklichen Befehl des Königs nicht wieder nachpellier zu kommen v).
An diesem Unheil war hauptsächlich der Staatssekretär poisieür, Schwabdes Herrn von Valerie/, Schuld, eben der, der auch bey Hofe manche Verwirrungzur Befriedigung seines ungezähmren Ehrgeitzes, veranlaßte. Der neue FinanzM^ster !a Vieumlle war sein stärkster Gegner, der sich am lebhaftesten bemühte, ^und seinen Vater, den Kanzler Srlleri, bey dem König in Ungnade zn bringt'Ludwig wurde nach und nach mit argwöhnischen Gedanken gegen seine Mutter 11^Gemahlin erfüllt, wogegen sich iene bemühte, die Minister verdächtig zu machen, ^Vertrauen des Königs zu gewinnen, und dem Kardinal Richelieu'eine StelleStaatörath zu verschaffen. Zn der That schöpfte auch der König Verdacht übergrosse Ansetzn, das dem Kanzler seine Aemter gaben: allein, dieser suchte dein Uns^Witter dadurch auszuweichen, daß er die Siegel unter dem Vorwand seines Altersrückgab; worauf sie der König dem Herrn von Aligre ertheilte.
Doch, dieser Schritt verschaffte dem Kanzler noch keine Sicherheit gegen ^Abwechselungen des Glücks. Die Königin Mutter vereinigte sich mit la Vicuvi^und beschuldigte ihn, er habe sich auf Unkosten des Königs und des gemeinen Wch'^bereichert. Seinem Sohn legre man zur Last,er habe den französischen Gesandten an fremd^Höfen oft Befehle zugeschickt, ohne vorher dem König und dem Staatsrath Nachrwldavon zu geben. Ihre Klagen fanden Gehör; Siliert und pmsrcux wurdenHof entfernt. Der Herr von Bcauclerc, Obersekretar der Königin, bekam d'Verwaltung der Kriegssachen, und die Besorgung der ausländischen Angelegenheit^wurde unter die Herren phelipeaux, d' Herkam, Potier d' Oquerre, und ^Villen am» Lleres vertheilt. Marie von Medices hatte nun auch gern ih>'^Liebling, den Kardinal Richelieu, in: Staatsrath gesehn, sie fand aber hierbei) gre^Schwierigkeiten. Alle Herren, die bisher um den König gewesen, hatten ihn vord^ssunternehmenden Geist des Kardinals gewarnt, und la Vieuvrlle, der nach Vertz,sung der Gilleri alles beim König vermochte, war Anfangs auch nicht sehr geneigtden Kardinal weiter empor kommen zu lassen: endlich aber ließ er sich durch das fftAnhalten der Königin Mutter gewinnen; denn sie versprach ihm, daß Richelieu nich.ohne ihn thun sollte, und sie drung so in ihn, daß sie seine Einwilligung zur Ausmaß
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(*) Einer andern Nachricht zu Kotze hatte selbst zu sehr erhitzt waren, und seine GegendValettce' den Herzog vorher ersucht, nicht nach einen Aufruhr veranlassen könnre.
Montpellier zu kornrnen, weil die Gemüther da- d) A L z. x. 194 üjg-
Neuer Falldes KanzlersSilleri u. sei-nes Sohns,des Staatsse-kretärs Purficux.
1624r. Ja».
6 . Fcbr.
Aligre wirdSiegelbewah-rer.
Neue Mi-nister.