Band 
Neun und dreyssigster Theil.
Seite
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29. Buch. Ludwig der Dreizehnte.

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vder die Last eines neuen Kriegs in Italien übernehmen, wofern sie Mittel findenonnten, unter einem guten schein und unter einem andern Namen M 1hochwichtige,, Pässen in Veltlin zu bleiben. Man fiel endlich auf den so oft und vonden ältesten Zeiten her gemisbrauchten Vorwand der Religion; man bot dem 2Pabst Gregor 7 5. das Veltlin zur Sequestration an, wobey Spanien den Dr cyz gbehauptete, von seinen bisher erlangten Vortheilen nichts verlohr, und erne bequmwGelegenheit zur Erreichung seines Zwecks abwarten konnte. Man stellte daher demPabst vor, daß zur Erhaltung und Beschützung der katholischen Religion im Veltlm undin dein Bündnerland kein besseres Mittel wäre, als wenn er die Sequestration von demerstem Übernahme , und anf diese Art würde zugleich für Italiens Ruhe und Sicherheitgesorgt; denn der König habe keineswegs hierbei) sein Absetzn anf die Erweiterung sei-nes Reichs gerichtet, sondern allem die Religion habe ihn vermocht, die Velrliner inSchuß zu nehmen, und daher würde er auch nie seine Macht in diesem Stück andersanwenden, als es dem Pabst belieben und das Wohl der Religion erfordern würde.

Anfangs machte der Pabst viele Schwierigkeiten gegen die Annahme dieserBeilage (*): allein, endlich ließ er sich geneigt finden, nachdem ihm seine durch Spwnien gewonnene Nepoten dazu beredet hatten. Der König von Frankreich war zuerstüber die Handlung des Pabstö aufgebracht, weil er vor Ergreifung seines Entschlusses,dem französischen Gesandten zu Rom keine Eröfnung davon gethan hatte; doch endlichlief; er sich durch den Kanzler Gilleri und den Staatssekretär pursieux bereden, seineEinwilligung unter folgenden Bedingungen zu geben, daß die Beilage nur vom Maybis zu Ende des Julius dauren und daß während dieser Zeit die seit 1620 angelegtenFestungen geschleift und alles wieder in vorigen Stand gesetzt werden sollte; doch wardnicht lange hernach die erste zznd letzte Bedingung von Frankreich nachgelassen. Hier-auf mußte auch die starker widerstrebende Republik Venedig nachgeben c).

Gegen die Reformirten äusserte der Hof, des Friedensschlusses ohngeachtet, Unbilligesein Betragen, daß das Kriegsfeuer nothwendig wieder anfachen mußte. Man ver- Betragen dessprach ihnen alles, was sie verlangten, und man fertigte schriftliche Befehle zu ihrem Französ. HofsBesten aus: aber zu gleicher Zeit schickte man an die Statthalter und Befehlshaber, ^Eitten. ^über die sie sich zu beschweren hatten, Gegenbefehle. Auf der einen Seite zeigte manihnen Schwachheit, aufder andern, Macht: aber eine solche Macht, die mit Unred-lichkeit verknüpft war und ihre Gemüther erbittern mußte. Man hatte den Einwoh-nern zu Montpellier versprochen, daß sie keine königliche Besatzung behalten sollten; unddoch konnten sie derselben nicht los werden. Auch die Ludwigsschanze schleifte man nicht, wieman doch den RocheUcrn versprochen hatte. Der König hatte bey seiner Reise durch Delphi-nat dre protchantsschen Befehlshaber aus verschiedenen Platzen gezogen, um Katholikenan thre Ste e zu setzen. Der Konnetabel verlangte, daß man diejenigen, die er in

denen

(*) Hieß wenigstens in ältern Zeiten so vielals Depositum; und da die jetzige teutsche Spra-che kein Wert hat, wodurch das lateinische ab-gedrückt werden kann, so ist nicht abzuseyn, wa-rum man es nicht wieder hcrvorjuchen ivllie?

t) A4-?mar,-e, i- P- IZ8 lqq.

D, 9 . p. 44.6 sno, Nemoires

Aslg'W.s-). z 21 «TH

üsAiedelisu IV I. p, 142 - igo.ss liäcdelisu p. 2 0 lqq. Mom lüorps Uipt-,5 p- r, P. 417 sqq. Vergl. ä- VI?. 4.

^ iA. p. Bertrams Fortjetzung von

Ferreras spanischer Geschichte Th. n. S. 416.

u- f. f.