29. Buch. Ludwig der Dreizehnte. 2vl
^kjog, den der Kardinal begünstigte: aber Bassömpierre, der gegen den Herzog »627on Angouleme einen besondern Haß hegte, weil er besten leibliche Schwester, das«raulein von Enrragues, geliebt und wider das gegebene Versprechen mcht geheura-wet hatte, der auch überhaupt seine Rechte standhaft zu behaupten pflegte, war ent«
Mosten, lieber die Armee zu verlassen, als dem Herzog nachzugeben. Vergebens wen-dete der König alles ^m, um ihn zu bewegen, daß er bliebe; als der Marschall SchottAbschied genommen hatte, besaht- er dem Kardinal, den Marschall zurückzuhalten, eslochte kosten, was es wollte. Richelieu strengte zu dem Ende seine ganze Beredsam-keit an, sagte ihm tausend Schmeicheleien , und da er weinen konnte, wann er wollte,so vergoß er sogar einige Thränen, um ihm zu bezeugen, wie schmerzlich ihm dessen Ver-druß fiele. Er fragte endlich den Marschall, was er verlange, um ihn bey der Armeezu behalten? Basssmpierre antwortete, er wolle ferner dienen, wenn man ihm ei-nen von der königlichen Armee abgesonderten Haufen anzuführen gäbe. Der Kardinalversprach alles, und erfüllte auch sein Versprechen. Der Marschall, sehr vergnügt dar-über, merkte aber nichts daß er dadurch einen unumschränkt herrschenden Münster ge-reiht habe, der die Grossen ausser Stand sehen wollte, durch ihre Unbiegsamkeit Gna-denbezeigungen zu erzwingen. Durch sein festes Betragen zog er sich nachher eine har-te und lange Ungnade zu, da hingegen der willfährigere Schomberg sich in einem ho-hen Grad der Gunst erhielt s).
Die Rocheller hatten sich noch nicht erklärt, als der Herzog von Angolrlemeihre Stadt einzuschlieffcn anfieng. Vielmehr versicherten sie den König ihrer beständigenTreue und erboten sich zum Beistand gegen die Engländer, wenn er nur die Ludwigs-schanze in die Hände eines von den beiden Marschällen la Force oder Chattllon, oderdes Herzogs von La T» cmomUe, geben und eine genaue Beobachtung des Vertragsvon Montpellier befehlen wollte, bis etwan das vollkommen erfüllt werden könnte, waser wegen der Schleifring gedachter Schanze versprochen hatte. Keiner von diesen dreyHerren konnte dem Hof verdächtig seyn; denn sie unterstützten den Herzog von Rohannicht, der sich vergebens bemühte iuPoirou eine Armee zu sammlen, und sich in Langue-dok mit einigen kleinen Vortheilen begnügen muste: vielmehr waren sie gegen diejenigen,die den Engländern bcistanden, erbittert. Dennoch wurden die Ecbietungen der Ro-cheller nicht angenommen; und da sie nicht mehr an der Absicht, sie zu unterdrücken,zweifeln konnten, so dachten sie ernstlicher auf die Vertheidigung ihrer Freiheiten.
Die für Re bestimmte Hülfe wurde von dem Marschail von Schomdera Am 6„nd Ludrvjg von ManUac, Bruder des Siegelbewahrers, angeführt und landete DieSnglän-mit geringem Verlust. An eben dem Tag hoben die Engländer die Belagerung der Mar- d" «erlassenlinsschanze auf, und schiften sich mit der grösten Geschwindigkeit und mit nicht gering" ^mel ^tegem Verlust wieder ein. So schimpflich endigte sich die furchtbare Unternehmung des sseqeln nackmehr stolzen als fähigen Herzogs von Lukmgham, nachdem er eine Schanze drey Haust. ^Monate lang sehr nachlässig eingeschlossen hatte, die gegen eine wohl angeführte Armee'kaum acht Tage hakte dauern können. Den Rochellem aber wurde dadurch mehr ge-schadet, als genutzt; denn die Engländer hatten ihren meisten Verrath an Lebensrnitteln,
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i) P 4^5 lh. 412. 415.419,
AUL.W.H.39.TH. N.H.-i.TH.
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