29.Buch. Ludwig der Dreizehnte. 2il
, eine Verwandte der mantuanischen Prinzessin Mckkie, den Nach- 1628^sichten, den das bisherige Glück der kaiserlichen Waffen in Teutschland leidenurde. Der Herzog von Gavoyen verlangte Montferat, weil Graf 2lniadaus derfünfte von Gavo^en sich mit der Tochter Markgrafen Diererichs des Erstenvon Montferat vermahlt hatte.
Richelieu, der an allen europäischen Höfen seine Spione hatte, und voraus-sähe, daß der Tod des Herzogs von Manrua obnfehlbar Krieg erregen würde, wenn", ohne etwas wegen seiner Erbschaft verordnet'zu haben, dahin stürbe, erfuhr baldden Vorsatz jener drey Mächte, und schickte den Marquis von Samt - Chaumont zudem schwächlichen Herzog von Manma, um ihn zu bewegen, daß erden Herzog vonNevers für den einzigen und rechtmassigen Erben seiner Lander erklären sollte, und ihmdie Vermahlung scmer Nrchte Marie, der einzigen Tochter Franz des Dritten, mitdem Herzog von Retycl, ältestem Sohne des Herzogs von Nevers, vorzuschlagen,damit sie, wenn ihre Rechte auf die Verlassenschaft ihres Oheims (wofern sie einigehatte) mit den Rechten ihres Gemahls völlig vereiniget waren, doch wenigstens Hostnung hatte, dereinst Herzogin von Manrua zu werden.
Der Gesandte gewann den vornehmsten Minister des Herzogs Dincenz, denMarchese Strigio, und dieser versicherte ihn, die Aerzte prophezeiten einmüthig sei-nem Herrn ein kurzes Leben, machte sich auch anheischig, dem Herzog von Nevers unddessen Sohn zu dienen. Mit diesen Nachrichten eilte St. Lhaumont zurück, undder Herzog von Rethel begab sich sogleich nach Italien, unter dem Vorwand, Vin-cenzen zu besuchen. Der Herzog von Nevers war sowohl der Königin Mutter, alsauch dem Kardinal verhaßt: dennoch opferte dieser gern seinen Groll der Ehre seinesKönigs anf, da hingegen Marie von Medici sich offenbar der Unterstützung einesHerrn, der sie wahrend ihrer Regentschaft so sehr beleidigt hatte, widersetzte. WeilMan damals noch mit Einschliesiung der Stadt Rochelle beschäftiget war , so gieng Ri-chelieu den Weg der Unterhandlung. Der Herzog von Rethel hatte sich eben zurrechten Zeit nach Mantua begeben; denn vincenz lag in letzten Zügen. Srrigiohatte ihn schon zum Vortheil des französischen Prinzen, als seines nächsten Verwand-ten, eingenommen; und das Betragen des Herzogs von Guastalla, der auch nachMantua gekommen war und die Prinzessin von Manrua entführen wollte, bewegteihn vollends, daß er nicht nur in seinem Testament, sondern auch in einem offenen Brieferklärte, daß der Herzog von fTlevers sein einziger Erbe, und der Herzog von Rethelsein Generalstatthalter in Abwesenheit des Vaters seyn, und die Prinzessin Marie beu-rathen sollte Zu gleicher Zeit musten die Befehlshaber aller mantuanischen Platze demHerzog von Rethel schwören, daß sie niemand, als dessen Vater, den Herzog vonNevers, W^^EnftMn Oberherrn erkennen wollten. Man eilte mit der Ver- .Mahlung, nach ch r Vmcenz kaum noch etliche Stunden lebte; denn er starb am2qsten December >027. Am folgenden Tag wurde der Herzog von Nevers zum Her-zog von MaiMM ausgerufen, und sein Sohn, wahrend seiner Abwesenheit, als des-sen Generalstatthalter erkannt. '
Zu Anfang des folgenden Jahrs kam der Herzog von Nevers nach Mantuaund wurde ohne einigen Widerspruch als Herzog angenommen: allein, so leicht ihm dieBesitznehmung ward, so schwer siel ihm deren Behauptung. Er schickte vor allen Din-
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