Band 
Neun und dreyssigster Theil.
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29 . Buch. Ludwig der Dreizehnte.

Unterwerfung der Rocheller die nöthigen Anstalten zur nachdrücklichsten Unterstützungdes Herzogs von Manrua Allein, eben dies stöhrte die bisherige Eintracht zwischendrestm Münster und der Königin Mutter. Denn diese bildete sich ein , der Kardinalkönne nicht, ohne undankbar gegen sie zu seyn, einen ihr verhaßten Prinzen beschützen,»war legre er ihr seine Gründe in ihrer vollen Starke vor. und sie schien würkucy nach-zugeben-. allein, es blieb doch in ihrem Gemüth ein gewisser Eindruck des Mrßvergnü-Sens zurück, das von den Feinden des Kardinals gemißbraucht winde, Saamen desKaltünns und der Uneinigkeit zwischen ihr und Richelieu auszustreuen, der alle ihrenachfolgende Widerwärtigkeiten hervorbrachte. Unterdes suchte der Herzog von Sa-Do'seii aus den spanischen Gesinnungen der Königin Mutter allen möglichen Vortheilju ziehen.

Nach der Rückkunft des Königs hielt man zu Paris eine grosse Rathsversamm-lung , um auszumachen, ob die bisher vor Röchelte gebrauchte Armee gerade nach Ita-lien ziehen sollte, um den Herzog von Gavo^en anzugreifen und dem Herzog von Mari-tim beizustehen. Die Meinungen des Staatsraths waren sehr getheilt. Der Kardi-nal Beruhte und der Siegelbewahrer Marrllac, beide Vertraute der Königin Mutter,und sie selbst riechen, man sollte die Armee ausruhen lassen, und den Venetianern, dieder Gefahr naher waren, die Beschützung des Herzogs von Manrua überlassen; auchbehaupteten sie, man sey noch nicht vor den Hugenotten sicher: allein Richelieu be-wiest, man könne den Herzog von Manrua nicht verlassen, ohne den Ruhm des Kö-nigs zu bestecken, und die Truppen seyen nichts weniger als abgemattet; alles würdedurch die Tapferkeit derselben bald geendiget seyn, und dann könne man die Hugenottenleicht vollends dampfen. Diese Meinung gefiel dem König und den andern Ministern.Der Krieg wurde beschlossen lind man eilte mit der dem Herzog von Mantua verspro-chenen Hülfsleistung. Oberbefehlshaber der Truppen sollte der Herzog von Orleaus seyn.

D.>s Betragen dieses Prinzen hatte die Königin Mutter wahrend der Ein-schliessung von Rochelle sehr beunruhiget. Seit dem Absterben seiner Gemahlin führte«r ein sehr ausschweifendes leben, und wenn man ihm Vorstellungen deswegen that, ant-wortete er, man solle ihm nur eine Gemahlin geben. Er schien -— denn man zweifeltan der Aufrichtigkeit dieser liebe — die Prinzessin Marie von Gonzaga, die sseben-zehnjähnge Tochter des Herzogs von Nevers, zu lieben: aber die Königin Mutterhastre diesen Herzog und sein ganzes Haus viel zu sehr, als daß sie je in diese Vermah-lung hätte welligen können. Ihre Vorstellungen fruchteten jedoch weniger, als das Zu-reden des Königs und des Kardinals nach der Rückkehr von Rochelle. Er versprachvon dieser Heurath abzustehen, wenn man ihn: die Anführung der nach Italien bestimm^ten Armee und 50000. Thaler zur Anschaffung des Feldgerathes geben wollte.

Die beldm Königinnen, die den König durchaus zu Paris behalten wollten,wendeten so viele Buren und Thränen an, daß sie endlich dessen Einwilligung erlangten.Richelieu getraute sich nicht weiter, die Reise des Königs nach Italien öffentlich zubefördern. Er begab sich nach Chailloi, damit es scheinen möchte, Ludwig nähmeseinen Entschluß für sich: allein, man hatte schon die alte Eifersucht des Königs gegenden Herzog von Orkans wieder rege gemacht, und die Vorstellungen des Kardinalsirrigen ohne Zweifel viel dazu bey. Dieser Minister war zu klug und zu aufgeklärt, alsbaß er ein so wichtiges Unternehmen dem Erfahrnen Herzog von Orkans hätte an-

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