Band 
Neun und dreyssigster Theil.
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288
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288 2§. Buch. Ludwig der Dreizehnte.

»6z 5 vermuthliche Kronerbe würde ihn: Sitz und Stimme im Staatsrath und den ^schallsstab verschaffen, ob er gleich nie im Felde gedient hatte. Der ihm so sehrchelnden Prophezeiungen becrügrischer Astrologen von dem baldigen Absterben des lsnigs konnte er sich gar nicht einschlagen; und er war verwegen genug, auf die Verwa^ischaff mit dem Kardinal loö zu sündigen. Aber wie groß muste sein Erstaunen seyn, ^er sich ganz und gar von snajto verlassen fahl Sonderbar bleibt es immer, daß djchPrinz ihm nicht einmal die Harte seiner Gefangenschaft zu erleichtern suchte; dennchelreu, der ihn als einen Staatsverbrecher betrachtete, wollte, daß sem Gesangstatt der langst verdienten Todesstrafe gelten sollte. Der Verdruß über ein so betrübGeschicke zog ihm ein langsames Fieber zu, das ihn in einigen Monaten auszehrte;

Am zo Zun. Flecksicber kam dazu, und raffe ihn vollends hin. Richelieu kam in den Verdacht, §wenn er ihm durch eine Giftsuppe das leben verkürzt habe. Er hinterließ kein Kind,""seine Wittwe vermahlte sich im Jahr i6zy mit Heinrich von Lothringen,von Harcourr l). .

Sobald sich Richelieu von allen Sorgen über das Verhalten des Herzogs ^Orleans durch die in dem Hofstaat dieses Prinzen gemachte Veränderung frey gerN^harte; so richtete er alle seine Gedanken auf die schon angefangenen Kriegsrüstunges b.

Fortsetzungder Kriegsan-stalten gegendas HausOestreich.

Neues Bünd-niß mit Hol-land.

Am 8. Febr.

gen das Haus Oestreich. Vorzüglich bemühte er sich, mit allen Machten, denender Unterstützung seines Vorhabens gelegen seyn konnte, Bündnisse zu schließen. HTeutschland hatte er schon mächtige Bundsgenossen, vermöge der mit den Schweden ^den protestantischen Fürsten geschlossenen Verträge. Mit den Holländern ernchtt^in diesem Jahr ein förmliches Schlitz - und Trutzbündniß, vermöge dessen eine ffaNsffsche Armee von 25000 Mann zu Fuß und 5000 zu Pferd nebst der erforderliche»tillerie in die spanischen Niederlande eindringen, und die Staaten eben so vielins Feld stellen sollten. Beide Armeen sollten gemeinschaftlich, oder jede besonders, ^re Kriegöverrichmngen vornehmen. Im letzten Fall sollte sich keine von der anders,weit entfernen, daß sie einander nicht zu Hülfe kommen könnten. Man theilte auchlausig schon die zu machenden Eroberungen, und beschloß, den Krieg so lange ffrsÄtzen, bis die Spanier ganz aus den Niederlanden vertrieben wären. Aus derlung selbst konnten die Holländer deutlich schlössen, daß ihr land die Gränze von F'-'ffj,reich werden sollte, weil zu Folge derselben kein land zwischen ihnen und Frankreichsben sollte g). Daher standen sie auch dem König nur auf eine zurückhaltende und ^wöhnische Art bey, ob sie gleich Anfangs den Bund mit Frankreich eifrig gcwünschsHj,ten. — Bey den italienischen Fürsten muste der Präsident von Delltevre ein El-ches Bündnrß wider das Haus Oestreich in Vorschlag bringen.

RicbeUeu konnte den Krieg in so vielen Gegenden Europens nicht anderslegen und unterhalten, als durch mehrere Armeen. Er ließ daher aufs neue we^,und man beschloß, 130000 Mann zu Fuß lind 22000 zu Pferd ins Feld zuEme Menge, die vorher weder Frankreich noch eine andere europäische Machtbringen sich getrauet hätte! Die Kaiserlichen und Spanier liessen es auch nicht

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